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ORTSPLANUNG: «Tragt Wittenbach Sorge»

In Wittenbach stehen zukunftsweisende Projekte an. Die Stimmbürger liessen es sich nicht nehmen, an der Bürgerversammlung ihre Anliegen vorzubringen.
Noemi Heule
Die Ortsplanung der Gemeinde Wittenbach birgt Streitpunkte, allen voran die Entwicklung auf dem Dorfhügel. (Bild: Benjamin Manser)

Die Ortsplanung der Gemeinde Wittenbach birgt Streitpunkte, allen voran die Entwicklung auf dem Dorfhügel. (Bild: Benjamin Manser)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Die Stimmung in Wittenbach schien angespannt, bevor sich am Montag 202 Stimmbürger bei Sommerhitze, teils in Flipflops und Sommerrock, in die Aula des OZ Grünau drängten. Die Vorinformation zur Bürgerversammlung drei Wochen zuvor war geprägt von Unverständnis – gegenüber der Gemeinde, gegenüber einzelnen Bürgern.

An der Bürgerversammlung erwartete der Gemeindepräsident Fredi Widmer dagegen verhaltenere Reaktionen – und er sollte recht behalten. Nicht zuletzt, weil er die Vertreter der «IG Denk Mal» zuvor gebeten hatte, sich nicht zu sehr zu exponieren. Dennoch meldeten sich die Wittenbacher emsig zu Wort.

Zentrumsgestaltung nimmt erste Hürde

Der erste Teil der Bürgerversammlung war zügig abgehakt. Die Rechnung 2016 mit einem Überschuss von rund 2,5 Millionen Franken wurde ohne Gegenstimmen abgesegnet. Auch die Ausgliederung des Alterszentrums Kappelhof aus der Verwaltung wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Eine Form­sache, nachdem die Wittenbacher im Februar bereits an der Urne zugestimmt hatten.

Mit Spannung wurde dagegen die allgemeine Umfrage erwartet, in der Fredi Widmer über anstehende Projekte informierte. Einen ersten Erfolg konnte die Gemeinde beim Projekt Oedenhof verzeichnen; die öffentliche Auflage des Teilzonen- und des Gestaltungsplans endete ohne Einsprachen. Auch die Referendumsfrist verstrich ungenutzt. Im Sommer 2018 soll der SOB-Tunnel verbreitert werden. Ein Jahr später folgt der Baustart für die Zentrumsüberbauung. Die Kosten für das Projekt werden in einer komplexen Mischrechnung zwischen Investoren, Bund, Kanton und Gemeinde aufgeteilt. Da der Gemeindeanteil über fünf Millionen Franken liegt, werden die Bürger am 24. September an der Urne darüber entscheiden.

Streitpunkt Gebiet Neuhus

Während der Bauarbeiten zügelt die Migros in ein Provisorium im Gebiet Neuhus. Damit war Fredi Widmer bei dem Thema angelangt, das der «IG Denk Mal» und 270 Unterzeichnenden am Herzen liegt. Sie wollen die beiden historischen Schulhäuser im Dorfkern erhalten. Fredi Widmer betonte einmal mehr, dass die Bürger bereits anders entschieden hätten.

Dass der Abbruch der Schulhäuser nicht ausgeschlossen sei und dass im Gebiet Neuhus eine Wohnzone entstehen soll, sei vor der Abstimmung zum Schulhaus Grüntal bekannt gewesen. Für den Verkauf der Parzelle rechnet die Gemeinde mit einem Erlös von zehn Millionen Franken. Widmer: «Unter Kenntnis dieser Fakten haben die Wittenbacherinnen und Wittenbacher Ja gesagt.» Dennoch lud er die Initianten der «IG Denk Mal» dazu ein, ein Mitglied in die Arbeitsgruppe zu entsenden. Ein Vorschlag, den die Gruppe im Anschluss jedoch als «Alibi» abtat. Sie forderte stattdessen ein Partizipationsverfahren für alle.

Gegen «spekulativen Immobilienzirkus»

Auch in der Umfrage meldete sich die «IG Denk Mal» mehrmals zu Wort. Sie hielt die Gemeinde an, den Boden nicht dem «spekulativen Immobilienzirkus» freizugeben, sondern zu behalten. Damit sei es sowohl möglich, das neue Schulhaus zu finanzieren als auch die alten zu erhalten. Fredi Widmer allerdings sprach von einem «Trugschluss». Lieber baue man verdichtet im Zentrum als am Siedlungsrand. Nun gelte es, das Beste daraus zu machen. Diese Aussage griff eine Zuhörerin sogleich auf und bat eingehend: «Tragt Wittenbach Sorge».

Allgemein wurden an diesem Abend versöhnliche Töne angeschlagen. Nachdem Fredi Widmer die Bürger mit einem Witz in den Sommerabend entliess, war die Spannung, die sich lautstark entlud, einzig jene der Gewitterwolken, die über Wittenbach grummelten.

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