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Optimismus als Begleiter

«Vom Telegrammboten zum Stadionvater»: Das ist der Titel des Buches, in dem Hans Hurni seine Lebensgeschichte erzählt. Ein Rückblick auf 85 Jahre und auf Aspekte der Stadtgeschichte.
Josef Osterwalder
Hans Hurni über den Dächern der Stadt St. Gallen auf dem Balkon des Hotels Radisson Blu. (Bild: Ralph Ribi)

Hans Hurni über den Dächern der Stadt St. Gallen auf dem Balkon des Hotels Radisson Blu. (Bild: Ralph Ribi)

Bekannt wurde Hans Hurni in St. Gallen durch die vielen Ämter, die er in der Öffentlichkeit versah, vom Kantonalbankdirektor bis zum Präsident des FC St. Gallen. Im Rahmen dieser Aufgaben wurde er beobachtet, gelobt, kritisiert. Dieser Teil seines Lebens spielte sich quasi im Schaufenster ab.

Gespräche mit Liana Ruckstuhl

Nun liegt eine Schrift vor, die Hans Hurni nicht von aussen, sondern von innen, aus eigener Sicht schildert. Der Text ist allerdings nicht in einsamen Schreibtischstunden entstanden. Lange Selbstreflexionen hätten nicht zu Hans Hurni gepasst. Vielmehr hat er sein Leben Liana Ruckstuhl in einer Reihe von Gesprächen erzählt. Diese hat notiert, geordnet, einen Text verfasst, aus dem sowohl die Gesprächssituation als auch das Interesse der Autorin herauszuspüren ist.

Bewegende Passagen

So ist Liana Ruckstuhl auf Kantonalbank-Interna und FCSG-Innereien nicht besonders herumgeritten. Weit eingehender schildert sie, wie Hans Hurni in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen war und sich früh schon abrackern musste. Ein besonderer Akzent liegt auf dem Privatleben, der Beziehung zu seiner Frau Dorli und seinem Sohn Roland.

Auffallend, wie sehr Hans Hurni sein Leben als eine Einheit schildert, in der Privates und Berufliches einander ergänzen. Vielleicht auch deshalb, weil er in beidem gleich gefordert war. Zu den bewegendsten Passagen gehört das Schicksal seiner Frau, die im Jura aufgewachsen, in einer Uhrenfabrik gearbeitet hatte. Das Kopfweh, das die anstrengende Präzisionsarbeit ausgelöst hatte, bekämpfte man mit Saridon-Tabletten, was bei vielen Uhrenarbeiterinnen zu schweren Nierenschädigungen führte; bei Dorli Hurni zu einem Leben mit der Dialyse und einem frühen Tod.

Chancen ergreifen

Das Buch setzt im Jahre 1926 ein, in einer Zeit, da mittellosen Menschen nichts geschenkt wurde. Hans Hurni erlebte als Kind bittere Armut. Weil der Vater kurz nach seiner Geburt starb, wuchs er bei den Grosseltern auf. Als auch der Grossvater früh starb, reichte das Geld für den Schulbesuch nicht mehr. Hans Hurni verdiente sich als Nacht-Telegrammbote zunächst das Geld für die Tageshandelsschule. Dies öffnete die Türe zu einer kaufmännischen Anstellung, schliesslich zur Matura und zum Jus-Studium.

Hans Hurni gehörte zu den jungen Leuten, die die Chancen der Nachkriegszeit erkannten. Als er 1963 zur Kantonalbank kam, erlebte St. Gallen einen Entwicklungsschub. EDV- und Bauprojekte wurden vorangetrieben.

Man erfährt von den Reisen der obersten Bankbehörden, ihrem lernbegierigen Blick nach Amerika, dem Abbruch der alten Helvetia und auch von der regierungsrätlich diktierten Rettung des Hotels Acker in Wildhaus.

Zeit der Präsidien

Nach dem Tod seiner Frau zog sich Hans Hurni nicht zurück, sondern widmete sich neuen Aufgaben. Er präsidierte den Verkehrsverein St. Gallen (1986 bis 1996), den FC St. Gallen (1993 bis 1996), die Stadion St. Gallen AG (1999 bis 2008). In dieser Zeit gab er entscheidende Anstösse zum Bau des Hotel Radisson Blu, zur Eröffnung des Swiss Casino und der Realisierung der AFG Arena.

Ergänzt wird das Buch durch persönliche Berichte von Mitarbeitern und Weggefährten, die Hans Hurni als zielstrebigen, verständnisvollen, aber auch ungeduldigen, ehrgeizigen Zeitgenossen schildern. Keine Beweihräucherung also, sondern der Blick in einen Spiegel.

Mit 85 sind die Termine seltener, das Leben besinnlicher geworden. Auf den 85. Geburtstag hin ist darum auch das Buch entstanden. Hans Hurni weiss, dass nun eine besondere Aufgabe auf ihn wartet; abseits der Öffentlichkeit den Wert der stillen Stunden zu entdecken und sich «der Endlichkeit allen Tuns bewusst zu bleiben».

«Hans Hurni – Vom Telegrammboten zum Stadionvater»; erhältlich in der Buchhandlung Rösslitor für Fr. 29.90.

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