Opposition gegen Rhesi-Projekt

RHEINTAL. Niemand liess am Info-Abend an den Rheinsicherheitsplänen (Rhesi) ein gutes Haar. Das politische Vorgehen wurde in ungewohnter Schärfe kritisiert.

René Schneider
Drucken
Teilen
Der Rhein soll künftig noch mehr Wasser fassen können. (Bild: Archiv/sc)

Der Rhein soll künftig noch mehr Wasser fassen können. (Bild: Archiv/sc)

RHEINTAL. Unter den zwei Dutzend Interessierten am ersten öffentlichen Info-Abend der Rhesi-Planer waren Widnaus Gemeindepräsidentin Christa Köppel und der Diepoldsauer Gemeindepräsident Roland Wälter, eine Reihe Kantonsräte, Gemeindebehörden, Ortsgemeindebehörden, Landwirte.

Abflusskapazität erhöhen

Den Abend bestritten Markus Mähr, der Projektleiter «Zukunft Alpenrhein» von der Internationalen Rheinregulierung, mit seiner Kommunikations-Leiterin Martina Rüscher und Reinhard Schulz, dem Koordinator der Ingenieursarbeiten. Das Projekt sieht vor, den Rhein in den nächsten zwanzig Jahren für rund 800 Millionen Franken von der heutigen Kapazität von 3100 auf eine Durchflussmenge von 4300 Kubikmeter pro Sekunde auszubauen. Baubeginn soll in zwei Jahren sein. Geprüft werden verschiedene Varianten, aber im Grunde sieht das Projekt vor, den Rhein zwischen den jetzigen, erhöhten Hochwasserdämmen frei fliessen zu lassen. Bei Niedrigwasser böte sich eine naturnahe Flusslandschaft, bei Hochwasser ein bis zu 500 Meter breiter Strom.

Politiker «in grosser Sorge»

In ungewohnter Schärfe kritisierten Roland Wälter und Christa Köppel nicht nur die Pläne, sondern auch das Vorgehen der Planer. Die Rheintaler Behörden und Politiker vermissen die üblichen Formen der Konsultation und der Mitsprache. Sie sei «in grosser Sorge» gestand Christa Köppel, denn es werde von Ingenieuren und Planern etwa über die Verlegung oder Aufhebung von Trinkwasserbrunnen entschieden. Roland Wälter schimpfte, es werde «mit dem Rasenmäher» geplant. Ins gleiche Horn bliesen die Kantonsräte. Die Tonart: «So nicht, nicht mit uns.» Der Rhesi-Projektleiter betonte, noch sei nichts fix. Laut Gesetz müsse aber eine Naturalisierung erreicht werden. Nur die Sohle und das Rheinvorland abzusenken sowie die Dämme zu erhöhen, sei darum keine Option.

Informationen: www.rhesi.org

Aktuelle Nachrichten