Online bestes Lied wählen

MÖRSCHWIL. 2011 feiert Mörschwil seinen 1200. Geburtstag. Vier lokale Bands haben aus diesem Anlass das Mörschwiler-Lied neu interpretiert. Im Internet kann jeder seinen Favoriten wählen.

Yvonne Bugmann
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Für das «kleine Paradies» Mörschwil hat Pfarrer Wilhelm Stolz 1952 ein eigenes Lied geschrieben. (Bild: Urs Jaudas)

Für das «kleine Paradies» Mörschwil hat Pfarrer Wilhelm Stolz 1952 ein eigenes Lied geschrieben. (Bild: Urs Jaudas)

Als «kleines Paradies» und «liebsten Erdenfleck» bezeichnet Wilhelm Stolz das Dorf Mörschwil. 1952 hat der damalige Kaplan das Mörschwiler-Lied geschrieben, fast eine Hymne auf sein «Heimwehland».

«Das Dorf hat ihm irrsinnig gut gefallen», erinnert sich Anton Schildknecht, der noch heute mit dem inzwischen 95jährigen Stolz befreundet ist. Der Kaplan habe sich auf seinen Spaziergängen viele Gedanken über Mörschwil und seine Leute gemacht, und so sei das Lied entstanden. «Stolz hat drei offizielle Strophen geschrieben», erinnert sich Schildknecht. Er habe dann seine erste Pfarrstelle in Bad Ragaz angenommen und erst einige Jahre später die vierte Strophe angefertigt.

Lied in der Schule gesungen

Viele Jahre lang wurde das Mörschwiler-Lied jeweils in der Schule geübt. «Dann ist es plötzlich verschwunden», sagt Schildknecht. Nicht verschwunden ist es aus dem Repertoire des katholischen Kirchenchors. Dieser singt das Lied heute noch. Ein Musiklehrer hat das einstimmige Lied vor über dreissig Jahren in einen vierstimmigen Satz umgeschrieben. Diese Version ist einer der vier Wettbewerbsbeiträge, aus denen die Mörschwiler im Internet ihren Favoriten wählen können.

Der Wettbewerb wird im Rahmen des 1200-Jahr-Jubiläums durchgeführt. «Wir suchten Ideen, um die Feier zu bereichern», erläutert OK-Präsident Kurt Fischer. So kamen die Organisatoren darauf, das alte Mörschwiler-Lied neu interpretieren zu lassen und haben dazu einen Musikwettbewerb ausgeschrieben.

Von klassisch bis kabarettistisch

Am Wettbewerb haben sich neben dem Kirchenchor drei weitere Mörschwiler Bands beteiligt. Entstanden ist ein «lustiger Mix», wie Fischer sagt: von klassisch über rockig bis kabarettistisch ist alles vorhanden.

Die kabarettistische Version des Liedes hat die Band Tricololas geliefert. Der Band gehören drei Frauen an, die mit Comedy-Gesang den Alltag auf die Schippe nehmen. «Wir wollten etwas Lustiges machen und das Lied etwas aufpeppen», erzählt Susi Zünd von Tricololas. Den Text liessen sie unverändert, doch sie singen ihn zur Musik des Liedes «Lollipop».

Eine rockige Version stammt aus der Feder von ÄnArt. Die Band hat sich aus verschiedenen Gründen an dem Wettbewerb beteiligt. «Wir sind eine Mörschwiler Band, und ich selber bin im OK des Festes», sagt Christina Schönenberger. Sie hat auch einen persönlichen Bezug zu dem Lied: «Wir haben es in der Schule gelernt.»

Im Internet können die Mörschwilerinnen und Mörschwiler die Lieder hören und ihre Lieblingsversion wählen. «Bis jetzt haben rund 300 Personen am Voting teilgenommen», sagt Fischer. Das Online-Voting läuft noch bis zum 15. Januar und zählt zu 50 Prozent bei der Wahl des Siegers. Über die andere Hälfte entscheidet eine sechsköpfige Jury.

Abstimmen im Internet unter www.moerschwil1200.ch.

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