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Olymp der Edelkatzen

ST.GALLEN. Am Wochenende haben an der Katzenweltausstellung des Weltkatzenverbandes (Fédération Internationale Féline) über 1300 Katzen aus 27 Ländern um die Titel der schönsten Rassekatzen gebuhlt. Ein Laufsteg der Züchtereitelkeiten.
Odilia Hiller
Ein Jurymitglied beurteilt eine Abyssinian Kurzhaarkatze an der Cats 09. (Bild: Keystone)

Ein Jurymitglied beurteilt eine Abyssinian Kurzhaarkatze an der Cats 09. (Bild: Keystone)

Seit Sonntag hat auch die Schweiz zwei «Weltsiegerinnen» des Jahres 2009. Eine «Heilige Birma» der Katzenzüchterin Nathalie Mayer aus Uebersdorf und eine Siamkatze der Züchter Rachela und Stefan Ruf aus Brione, Mitglieder der Rassenkatzen-Vereinigung Ostschweiz, haben den Titel ergattert. Für über 1300 edler Rassekatzen aus 27 Ländern gab es an der Katzenweltausstellung in der Olma 26 «Weltsieger»-Titel zu gewinnen. Je nach Rasse, Geschlecht und Alter sind die Tiere in verschiedenen Kategorien
gegeneinander angetreten.

«Edelweiss de la Cour du Roy»
Für den Blick der kommunen Ausstellungsbesucherin sind die Edelkatzen teils von unfassbarer Schönheit, teils von eher gewöhnungsbedürftigem Anblick. Die Stimmung unmittelbar vor der Bühne, wo die Tiere prämiert werden, ist so aufgeheizt wie die gesamte Halle 9.0 der Olma Messen, wo Duftschwaden von Rösti und Bratwurst längst nicht eine so exotisch-adlige Stimmung aufkommen lassen, wie es die Namen der Büsis erwarten liessen. «Shogun von Eran», «Edelweiss de la Cour du Roy» und «Exstasie du Mas de la Fontaine» lassen sich – im Gegensatz zu ihren Besitzern zumeist schlafend – nichts vom Rummel anmerken. Holländische Fangruppen, ganz in Orange, brechen ebenso in seliges Geheul aus wie italienische Katzenfanatiker, sobald einer der ihren eine Auszeichnung holt. «An gewöhnlichen Katzenshows solidarisieren sich eher die Züchter der jeweiligen Rassen miteinander. An der Weltausstellung ist das anders: Hier hofft man länderweise gemeinsam auf einen Sieg», sagt eine Helferin.

Das Ego der Züchter
«Wird eine Katze medikamentös sediert, schielt sie dermassen, dass jeder das sofort sieht», sagt Chefstewart Jürg Habegger, Züchter von Norwegischen Waldkatzen und Savannahs aus Bern, über die stoische Ruhe der Tiere. Als Chefstewart wacht er über Dutzende von Helfern, sogenannten Stewarts, und den reibungslosen Ablauf der Prämierungen. «Ein guter Stewart denkt voraus», lautet seine Devise. Im Klartext heisst das, Züchtern, die nicht rechtzeitig an der Bühne stehen, auch einmal Beine zu machen.
Für Aussenstehende ist das hektische Treiben etwa so schwer zu ergründen wie der Blick in die Augen einer Katze. «Natürlich, das ist eine ziemliche Insider-Veranstaltung», sagt Hallenchef Jürg Keller, Präsident des Katzen- und Edelkatzenclubs Bern. «Uns Züchtern sollte es eigentlich immer nur um das Wohl der Katzen gehen. Shows sind eine Ausnahme: Hier geht es vor allem um das Ego der Züchter. Einer Katze ist es ja egal, ob sie Weltsiegerin ist oder nicht.» Dennoch fiebert auch er mit seiner Somali-Katze, die es in die Schlussrunde geschafft hat.

Tränen für Weltsieger
Zur Weltausstellung sind nur Katzen zugelassen, die in ihren Heimatländern bereits eine gewisse Anzahl an Auszeichnungen gewonnen haben. «Es gibt Züchter, die arbeiten ihr ganzes Leben lang auf den Titel hin», sagt Keller. Manche schaffen es, andere nicht. Die Bedeutung der Auszeichnung innerhalb der Katzenwelt zeigt die Reaktion von Andrea Amaroli aus Genua: Als seine perfekte Maine Coon «Ovicula Felix della Tribù del Deserto» zum Weltsieger ausgerufen wird, kann er ein paar Tränen des Glücks nicht zurückhalten.

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