Olma-Neubau heisst CC6

ST.GALLEN. Das Projekt für das Olma-Kongresszentrum mit Hotelturm hat jetzt einen Namen: CC6. Die Abkürzung steht für «Conference Center 6». Der Turm wird höher als ursprünglich vorgesehen.

René Hornung
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Der Neubau des Olma-Kongresszentrums gemäss dem aktuellen Stand der Planung. Gegenüber dem Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb wurde das Hochhaus um ein Geschoss erhöht und die Gestaltung der Fassade überarbeitet. (Bild: Illustration: pd/Olma Messen St. Gallen)

Der Neubau des Olma-Kongresszentrums gemäss dem aktuellen Stand der Planung. Gegenüber dem Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb wurde das Hochhaus um ein Geschoss erhöht und die Gestaltung der Fassade überarbeitet. (Bild: Illustration: pd/Olma Messen St. Gallen)

Dort, wo einst die Halle 7 – die abgebrannte legendäre Olma-Degustationshalle – stand, an der Ecke Jäger- und Sonnenstrasse, will die Messe bekanntlich ein Hochhaus bauen. Mit Konferenzzentrum und Hotel. Das Projekt ist seit Anfang 2010 in seinen Grundzügen bekannt. Derzeit liegt der Gestaltungsplan dafür bei der Stadt öffentlich auf.

Fassade verbesserungsfähig

Den mehrstufigen Architekturwettbewerb fürs Olma-Kongresszentrum haben die beiden 34jährigen Architekten Dominik Hutter und Thomas Nüesch aus Berneck gewonnen. Sie schlugen einen Solitärbau vor, auf dem ein Hotelturm steht. Die Jury lobte, dass der Entwurf auf den schwierigen Stadtraum eingehe und die Ecksituation akzentuiere. Der Neubau bildet gleichzeitig das Ende oder den Auftakt der bestehenden Achse im Messegelände.

Die Jury fand den Bau allerdings etwas streng und wünschte sich in der Weiterbearbeitung eine Verbesserung der «Oberflächentektonik».

Ein Geschoss mehr

Die Architekten haben bei der Überarbeitung ein zusätzliches Geschoss, eine «Sky Lounge», vorgeschlagen, damit Sockel und Turm besser zusammenspielen. Das führt zu einer ähnlichen Formensprache wie beim renovierten Rathausturm.

Das freut allerdings die Denkmalpflege wenig, denn sie hatte sich schon im Vorfeld kritisch zur Höhe des Turms geäussert. Das Gebäude sprenge den quartierüblichen Massstab und der Turm werte das bisher höchste Gebäude der Nachbarschaft, das Hadwigschulhaus, ab. Diese Kritik wird in den Materialien zum aufliegenden Gestaltungsplan (bis 17. November im Amtshaus) wiederholt.

Trotzdem sei der Turm hier richtig, auch wenn er im Hochhauskonzept von 2007 an dieser Stelle nicht vorgesehen war, ist in den Unterlagen auch zu lesen. Das neue Gebäude werfe seinen Schatten vor allem auf das Olma-Gelände, die Nachbarn seien in einem erlaubten Ausmass davon tangiert.

Die Fassade wird neu rund ums Haus laufen, der Neubau wird keine eigentliche «Rückseite» haben.

Die Feuertreppen an der Seitenfassade wurden ebenfalls überarbeitet, sie werden mit Kletterpflanzen begrünt. Der Turm gleicht weiterhin einem amerikanischen Hochhaus. An der Fassadengestaltung wird noch gearbeitet. Vorgesehen sind vorfabrizierte Betonelemente, die die vertikale Gliederung betonen. Die Fenster werden wahrscheinlich in einem warmen bräunlichen Ton gehalten.

Tiefgarage mit 150 Plätzen

Im Untergeschoss darf der Neubau gemäss besonderen Vorschriften zum öffentlich aufliegenden Gestaltungsplan 150 Parkplätze aufweisen. Sie werden mit einem «Fahrtenmodell» bewirtschaftet, wie es ähnlich auch für die Garage des «Einstein Congress» gilt. Generiert das Parkhaus zu viel Verkehr, muss es die Parkiergebühren anheben oder die Einfahrt schliessen. Verlangt werden auch gut zugängliche und gedeckte Veloabstellplätze.

Nicht geändert wird die heutige Strassenführung. Die Verbindung zwischen St. Jakob- und Sonnenstrasse, die Jägerstrasse, bleibt bestehen. Weil über eine Tieferlegung der Sonnenstrasse als Autobahnzubringer diskutiert wird, will die Stadt die oberirdische Gestaltung vorläufig nicht grundsätzlich ändern. In der St. Jakob-Strasse wird wegen der neuen Tiefgarage für den stadteinwärts fahrenden Verkehr eine Spur für Linksabbieger aufgemalt.

155 Hotelzimmer

Im Innern des Neubaus wird der grosse Konferenzsaal im ersten Obergeschoss des Sockels eingerichtet. Darüber gibt's eine Etage Sitzungszimmer und im dritten Obergeschoss einen weiteren, unterteilbaren Saal.

Das «Holiday Inn Express»-Hotel wird die Etagen 5 bis 14 mit 155 Zimmern nutzen, darüber liegt die «Sky Lounge». Mit ihr wird der Neubau insgesamt 61 Meter hoch. Wenn alles rund läuft, kann mit dem Bau im kommenden Sommer gestartet werden.

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