Ohrfeige für Muoler Freiwilligenarbeit

Bald mehr Einwohner als Kühe Ausgabe vom 1. April 2015

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Nach der gefühlsgeladenen Diskussion an der vergangenen Gemeindeversammlung vom Montag, 30. März, sind meine Gedanken hin und her gerissen. Einerseits ist mir klar, dass es wahrscheinlich eine neue Organisation und neue Lösungswege braucht, andererseits hatten wir während 14 Jahren eine Unfallsamaritergruppe, welche einen Dank anstatt eine Ohrfeige verdient hat.

Im nachhinein komme ich in der ganzen Angelegenheit über die Organisation der Feuerwehr und der Unfallsamariterverantwortlichen zur Überzeugung, dass es dem Gemeinderat von Muolen und dem Gemeindepräsidenten nicht gelungen ist, eine für alle Beteiligten annehmbare und einvernehmliche Lösung für die Zukunft zu finden. Zeit dafür ist wahrlich genug vorhanden gewesen. Zudem hätte in einer Übergangslösung der Nachwuchs der engagierten Unfallsamariter eingebunden werden können. Den Unfallsamaritern hätte man zudem für die jahrelange Freiwilligenarbeit den gebührenden Dank zollen können.

Ich schätze die äusserst wichtigen Einsätze der Frauen und Männer der Feuerwehr sehr. Im Gegensatz zu den Samaritern wird den Mitgliedern der Feuerwehr aber jeder Weiterbildungskurs, jeder Einsatz und jede Übung mit Geld vergütet. Zudem werden die Feuerwehrmitglieder jedes Jahr – zu Recht – zu einem Abschlussessen eingeladen. Zudem werden sie mit Dank verabschiedet, wenn sie aus dem Feuerwehrdienst ausscheiden.

Dies haben die verantwortlichen Behörden und Feuerwehrkader mit den Unfallsamaritern bis jetzt unterlassen. In meinen Augen haben sie damit der Freiwilligenarbeit von offizieller Seite her eine Ohrfeige erteilt. Das finde ich absolut schade und inakzeptabel.

Ich hoffe, dass die wertvolle Arbeit der Feuerwehrmitglieder nicht mit einer solchen Ohrfeige verdankt wird, falls es einmal zu einer Zusammenlegung von Feuerwehren in der Region kommt.

Toni Kempf

Winkensteig 308, 9313 Muolen