Ohne Stau durch die Innenstadt

Die Feldmühlestrasse soll unter der Bahnlinie hindurch verlaufen. Wenn die Rorschacher Millionen für dieses Projekt bewilligen, erhält die Stadt für individuellen und öffentlichen Verkehr eine erste Nord-Süd-Verbindung ohne Barrieren.

Fritz Bichsel
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Querschnitt des projektierten unterirdischen Verlaufs der Feldmühlestrasse vom Stadtbahnhof (links) unter Löwenstrasse und Berufsschule-Vorplatz hindurch zur Kirchstrasse. (Bild: Büro Clerici, Müller & Partner)

Querschnitt des projektierten unterirdischen Verlaufs der Feldmühlestrasse vom Stadtbahnhof (links) unter Löwenstrasse und Berufsschule-Vorplatz hindurch zur Kirchstrasse. (Bild: Büro Clerici, Müller & Partner)

RORSCHACH. Mit dem Ausbau der Haltestelle Stadt zu einem Bahnhof bis 2018 entstehen zwei Perrons. Diese reichen weiter als die heutige Haltekante Richtung Bäumlistorkelplatz. Der westliche Übergang (Feldmühlestrasse) fällt deshalb weg. Damit drohen lange Staus am östlichen Übergang (Signalstrasse) oder schlechte Erreichbarkeit der Innenstadt. Stark betroffen wäre auch der Busverkehr zum Stadtbahnhof. Stadtpräsident Thomas Müller verweist darauf, dass sich das Problem verschärfen würde mit mehr Zügen, also noch längerer Schliessung der Barrieren ab Fahrplanwechsel 2018/2019.

Auf Konzept abgestimmt

Damit für individuellen und öffentlichen Verkehr kein solches Hindernis entsteht, liess der Stadtrat eine Strassenunterführung unter dem Stadtbahnhof projektieren. Diese ist nicht allein auf die Situation am Bäumlistorkel ausgerichtet, sondern auch auf das regionale Konzept für öffentlichen Individual- und Langsamverkehr in Rorschach, Rorschacherberg und Goldach. Dieses enthält für alle Varianten eine Strassenunterführung beim und eine Personenunterführung im Stadtbahnhof: ob mit oder ohne Umfahrung des Stadtkerns in einem Tunnel bis Höhe Bäumlistorkel und mit oder ohne Zubringer zur Autobahn mit weiterer Strassenunterführung unter der Bahnlinie im Westen von Rorschach.

Verlagerung in der Innenstadt

In der Innenstadt soll gemäss Konzept die Kirchstrasse eine Ost-West-Achse bleiben. Auch deshalb entschied sich der Stadtrat für eine längere Unterführung vom Stadtbahnhof bis zur Kirchstrasse – unter dem Vorplatz der Berufsschule hindurch –, statt nur bis zur nahen Löwenstrasse (Tagblatt vom 24. Oktober).

Zum verkehrstechnischen Bereich liess der Stadtrat auch die Auswirkungen auf andere Strassen und auf die Erreichbarkeit von Einrichtungen in der Innenstadt klären. Die Berechnungen des spezialisierten Büros Clerici, Müller & Partner in St. Gallen zeigen: Durch die Unterführung würde vorwiegend in der nahen Umgebung Verkehr verlagert, besonders von der Signal- und der Löwenstrasse auf die Kirch- und die Feldmühlestrasse (siehe Grafik). Die Verschiebung reicht bis zu 2000 Fahrzeuge weniger oder mehr pro Tag. Zum Vergleich: Auf der Hauptstrasse rollen täglich 12 000. In der weiteren Umgebung, von Goldach und von Staad her, sehen die Fachleute nur geringe Wirkung mit Verlagerung von wenigen hundert Fahrzeugen pro Tag.

«Gewinn für Stadt als Ganzes»

«Bei Verkehrsprojekten gibt es leider immer auch Verlierer», sagt Stadtpräsident Müller. Er ruft die Bürger auf, zu bedenken, dass sich Verschiebungen «in Grenzen» hielten, Verkehr auf die als städtische und regionale Verbindung dienende und weiterhin dafür festgelegte Achse verlagert würde und eine barrierefreie Strasse – auch zum künftigen Bushof – «ein Gewinn für die Stadt als Ganzes» wäre.

Stadtapéro für die Bevölkerung zum Projekt Unterführung/Stadtbahnhof/Bushof: Mo. 16. November, 19.30 Uhr, Saal im Würth-Haus