«Ohne Kompromisse geht nichts»

Der Neujahrsempfang der CVP St. Gallen-Gossau in Wittenbach entwickelte sich im Laufe des Abends zu einer Hommage für den abtretenden Wittenbacher Gemeindepräsidenten Albert Etter.

Marianne Bargagna
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wittenbach. Wenn sich die CVP St. Gallen-Gossau in diesen Tagen in Wittenbach trifft, dann kann es nicht ausbleiben, dass über die bevorstehende Gemeindepräsidenten-Wahl vom 13. Februar gesprochen wird – auch wenn es in der Einladung heisst: Neujahrsempfang. So geschehen am vergangenen Freitagabend.

Auf Anhieb reüssieren

Festlich gewandet treffen die gut 100 Gäste in der Aula des regionalen Oberstufenzentrums Grünau ein. Albert Etter, abtretender Gemeindepräsident und zuvorkommender Gastgeber, schenkt ein – kühlen Prosecco, prickelndes Mineralwasser oder vitaminreichen Orangensaft. Die CVPler aus der Region prosten sich zu, wünschen sich ein gutes neues Jahr. Nutzen die Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Unter ihnen natürlich auch Fredi Widmer, der als Nachfolger von Albert Etter kandidiert.

Dann geht's an die festlich gedeckten Tische. Reichhaltig die Speisekarte. Reichhaltig auch die Ansprachen zwischen Vorspeise und Hauptgang, zwischen Hauptgang und Dessert. Marlies Lorenz, Wittenbacher Gemeinderätin, tritt als erste ans Rednerpult, begrüsst die Gäste und, wer könnte es ihr verdenken, erwähnt die Gemeindepräsidenten-Wahl vom 13. Februar. «Wir haben, wie in der CVP üblich, einen ausgezeichneten Kandidaten.» Und: «Wir wollen im ersten Wahlgang reüssieren.»

Regional denken

Nach diesem verbalen Entrée folgt das kulinarische, bevor Markus Peter, Präsident der Regionalpartei, quasi als Hauptgang seine Rede «serviert». Er spricht vom regionalen Verständnis, fordert «grossräumiges Denken», die Förderung des Wir-Gefühls in der Region. Dies vor allem auch im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen auf nationaler wie kantonaler Ebene. Dass aber ein starkes Wir-Gefühl entstehen könne, brauche es ein gemeinsames Engagement. Aber dieses allein genüge nicht. Es gelte auch, Werte zu vermitteln, was nicht immer einfach sei, denn es gebe nicht nur Schwarz und Weiss. Ergo müssten Kompromisse gesucht werden. «Das gehört zur Politik. Ohne Kompromisse geht es nicht weiter.»

Zwei Vorzüge Wittenbachs

Dann, bevor der süsse Teil des kulinarischen Programms eröffnet wird, erklärt Fredi Widmer, warum er als Gemeindepräsident kandidiert: «Weil ich das notwendige Profil mitbringe.» Und dann erwähnt er auch noch zwei Vorzüge von Wittenbach: Da sei einmal das Schloss Dottenwil und dann Albert Etter, Letzterer sei aus CVP- und Bürgersicht «eine herausragende Institution», seit Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen in der Partei tätig. Widmer beschreibt Etter als jemanden, welcher der Tradition und der Gemeinschaft verbunden, für den Wandel der Zeit aber immer offen ist.

«Fast sprachlos»

Dann tritt Albert Etter ans Rednerpult, sichtlich gerührt ob all der anerkennenden Worte, der Geschenke und der Standing Ovations. «Ich bin fast sprachlos.» Dann findet er aber doch noch Worte, Worte des Dankes für die Unterstützung, die er während der vergangenen Jahre in der Gemeinde, der Region, im Kanton und in der Familie erfahren durfte. Und er gesteht: «Ich habe immer gerne Politik gemacht und mich in die Politik eingebracht.»