Offene Kirche will «extravagant» sein

Acht Jahre lang war die Offene Kirche in der St. Leonhardskirche zu Hause. Dann musste sie Abschied nehmen. Vor fünf Jahren fand sie an der Böcklinstrasse 2 eine neue Bleibe. Dieses Jahr wird die Offene Kirche 13 Jahre alt und feiert.

Laura Mäder
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Projektleiter Thomas Joller vor dem Eingang der Offenen Kirche. (Bild: Laura Mäder)

Projektleiter Thomas Joller vor dem Eingang der Offenen Kirche. (Bild: Laura Mäder)

Es sei nicht einfach zu definieren, was genau die Offene Kirche sei, sagt Projektleiter Thomas Joller. «Man kann die Offene Kirche vielleicht als eine Art <Experimentierort> bezeichnen», versucht Joller zu erklären. Sie soll Menschen unterschiedlicher Religionen einen Raum bieten, wo sie ihre religiösen, kulturellen und sozialen Interessen austauschen können. «Vor allem Menschen, die sich von der traditionellen Kirche nicht angesprochen fühlen, finden hier einen Platz, ihre Religion auszuleben.»

Eine Institution entsteht

1995 wurde die St. Leonhardskirche geschlossen, da das Gebäude saniert werden musste. Weil immer weniger Kirchgänger verzeichnet wurden, scheute man diesen Aufwand. Trotzdem wollte man die Kirche in Betrieb halten. So entstand vor rund 14 Jahren die Idee für die Offene Kirche. Christoph Sigrist, ehemaliger Pfarrer der Stadtkirche St. Laurenzen in St. Gallen, engagierte sich sehr für dieses Projekt. Bereits ein Jahr später, 1998, wurde die Offene Kirche ins Leben gerufen.

Schwerer Abschied

Nach acht Jahren wurde die St. Leonhardskirche verkauft und die Offene Kirche zog an die Böcklinstrasse 2. «Leider», seufzt Joller. Die St. Leonhardskirche sei der perfekte Ort gewesen. «Der Raum, die Fenster, alles hat gepasst. Die Kirche strahlte eine gewisse Spiritualität aus», schwärmt er. Trotzdem: Joller ist zufrieden mit dem neuen Standort. «Hier ist es dafür viel komfortabler. Und wärmer im Winter», sagt Joller und lacht.

13. November, 13.13 Uhr

Die Offene Kirche feiert ihren 13. Geburtstag öffentlich. Am Sonntag um 13.13 Uhr beginnt das Festprogramm mit Korkenknall und Apéro. «Wir feiern bewusst den 13. Geburtstag, weil wir etwas extravagant sein möchten. Ein Jubiläum feiert schliesslich jeder», erklärt Joller. Mit Kultur, Tanz und Kaffee gibt es in der Offenen Kirche ein abwechslungsreiches Programm.