Offene Kirche soll offener werden

Der Verein Wirkraum Kirche will die Offene Kirche zugänglicher machen. Zusammen mit «Kirche in der City» und «Safranblau» soll das Angebot erneuert werden. Viele Fragen zur längerfristigen Zukunft der Offenen Kirche sind offen.

David Gadze
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Rachel Diem, Präsidentin von Wirkraum Kirche, und Intendant Theodor Pindl wollen «Räume öffnen». (Bild: Urs Bucher)

Rachel Diem, Präsidentin von Wirkraum Kirche, und Intendant Theodor Pindl wollen «Räume öffnen». (Bild: Urs Bucher)

Neuer Name, neue Struktur und ein erneuertes Angebot: Der Verein Wirkraum Kirche, der aus dem Verein Offene Kirche hervorgegangen ist, hat gestern in der Offenen Kirche an der Böcklinstrasse 2 den Startschuss gefeiert. Die Umbenennung erfolgte bereits zu Jahresbeginn. Gestern präsentierte sich der ökumenische Verein anlässlich des Neustarts der Öffentlichkeit.

Breiteres Angebot

Unter dem Namen Wirkraum Kirche als Dachorganisation sind neu auch die «Kirche in der City» und «Safranblau», das sich an junge Erwachsene richtet, vereint. Die breitere Aufstellung ermögliche es, das Angebot zu vergrössern, künftig mehr Projekte zu realisieren, sagt Theodor Pindl, der seit Februar Intendant der Offenen Kirche ist.

Weitere Bausteine des Wirkraums Kirche sind das «Stattkloster St. Gallen», ein «ökumenisches Projekt mit interreligiöser Weite», die «Kirche in der Stille» – die Kirche St. Mangen, welche dereinst als Ersatz für die heutige Offene Kirche dienen soll – und das im Vorraum der Kirche St. Mangen geplante «Café Glück». Dabei handle es sich um ein «normales urbanes Café», welches durch die Kombination der Kirche als «Raum der Stille» und des Cafés als «Ort der Begegnung» geprägt sein soll.

Neue Akzente setzen

Der Grund für die Neuorganisation der Offenen Kirche ist gemäss Pindl in erster Linie ein organisatorischer. «Viele der bisherigen Projekte hatten eigene Gremien. Mit der neuen Struktur werden wir handlungsfähiger.» Die Verantwortlichen wollen an Bewährtem anknüpfen, mit dem erweiterten Angebot aber auch neue Akzente setzen. «Die Projekte sollen niederschwellig und überraschend sein», sagt Pindl. In der Vergangenheit hätten sich viele Veranstaltungen an eine bestimmte Zielgruppe gerichtet. Nun soll vermehrt eine breitere Bevölkerungsschicht angesprochen werden.

Im erneuerten Programm werde beispielsweise Musik eine grössere Rolle spielen. Auch Kunstprojekte und andere kulturelle Veranstaltungen sollen stärker präsent sein. So wird unter dem Titel «Weltoffen» die Fassade der Offene Kirche bis zum geplanten Abbruch des Gebäudes im Jahr 2020 jährlich von einem anderen Künstler gestaltet. Dazu soll es ein passendes Begleitprogramm geben.

Umzug in die Kirche St. Mangen?

Eben dieser Abbruch der Offenen Kirche, die einem neuen Campus der Universität St. Gallen am Platztor weichen muss, ist der Grund dafür, dass der Verein Wirkraum Kirche ein neues Zuhause sucht. «Wir stehen immer noch in Gesprächen mit der Vorsteherschaft der evangelisch-reformierten Kirche St. Mangen», sagt Pindl. Diese ist im Grundsatz dafür, die Kirche dem Verein zur Nutzung anzubieten. «Es gibt aber noch verschiedene Punkte, die wir klären müssen», sagt Christian Kind, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St. Gallen Centrum. So gelte es etwa, das Nutzungsverhältnis zu regeln. «Angebote wie die Église française wollen wir auch weiterhin durchführen.»

Auch wenn die Zukunft der Offenen Kirche noch nicht geklärt ist, steht für Theodor Pindl die Marschrichtung fest: «Wir wollen einen Leuchtturm schaffen, der weit über die Stadt St. Gallen hinausstrahlt.»