ÖKOLOGISCH: Städtische Busse fahren jetzt ohne Atomstrom

Die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen beziehen seit Anfang Jahr keinen Atomstrom mehr. Damit sparen sie sogar 80000 Franken pro Jahr, wie der Stadtrat in der Antwort auf eine Einfache Anfrage erklärt.

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Wechsel von Atom- auf Ökostrom: Die Busse der Verkehrsbetriebe St. Gallen fahren jetzt mit erneuerbaren Energien. (Bild: Benjamin Manser)

Wechsel von Atom- auf Ökostrom: Die Busse der Verkehrsbetriebe St. Gallen fahren jetzt mit erneuerbaren Energien. (Bild: Benjamin Manser)

Bis Ende 2016 waren die Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) eine Ausnahme: Als eine von nur zwei Dienststellen der Stadtverwaltung bezogen sie den Strommix «St. Galler Strom Basis», der zwar günstig ist, aber 30 Prozent Kernenergie enthält. Dies geschah vor allem aus Kostengründen. Die VBSG würden nämlich «einer strengen Kostenkontrolle durch den Kanton» unterliegen, wie der Stadtrat in der Antwort auf eine Anfrage von Martin ­Boesch (SP) schreibt. Der (per Ende 2016 zurückgetretene) Stadtparlamentarier hatte in seinem Vorstoss im vergangenen November den Stadtrat gefragt, wann auch die VBSG auf Atomstrom verzichten würden und ob dies für die Stadt teurer werde.

Ein Beitrag zum Energiekonzept 2050

Die Antwort des Stadtrats zeigt, dass sich die Situation inzwischen geändert hat: Seit Anfang Jahr sind die Busse der VBSG ohne Atomstrom unterwegs. Einerseits beziehen die VBSG nun den Strommix «St. Galler Strom Öko», so wie die übrige Stadtverwaltung auch. Anderseits werden für die grösseren Bezugsstellen der VBSG Zertifikate für Schweizer Wasserkraft eingekauft, ­ wie der Stadtrat schreibt. Dafür bezahlen die Verkehrsbetriebe mehr, als sie müssten, nämlich einen (statt 0,1) Rappen pro Kilowattstunde Strom. Damit leisten sie nach Angaben des Stadtrates «ihren Beitrag zum ökologischen Umbau des Energiesystems gemäss Energiekonzept 2050 der Stadt». Trotz Zuschlag sind die VBSG nicht mit Mehr-, sondern sogar mit Minderkosten unterwegs: Mit der neuen, atomstromfreien Lösung können die VBSG nämlich gemäss Stadtrat ihre Energiekosten pro Jahr um 80000 Franken senken. (rbe)