ÖKOBILANZ: Werden St. Galler Festbecher bald kompostiert?

Seit einem Jahrzehnt werden in St. Gallen bei Grossanlässen im öffentlichen Raum Mehrwegbecher verwendet. Etrit Hasler (SP) und Karin Winter-Dubs (SVP) wollen alte Kritik an diesem System neu aufrollen.

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Mehrwegbecher und Depot-Jetons. (Bild: Urs Bucher (11. Oktober 2012))

Mehrwegbecher und Depot-Jetons. (Bild: Urs Bucher (11. Oktober 2012))

Seit 2008 kennt die Stadt St. Gallen im Abfallreglement die Bestimmung, dass bei Veranstaltungen auf öffentlichem Grund depotpflichtiges Mehrweggeschirr zu verwenden ist. Die Regel findet bei Grossveranstaltungen in der Innenstadt Anwendung. Sie stösst aber bis heute bei Festwirten immer wieder auf Kritik. Die Verwendung von Mehrwegbechern sei mit viel Aufwand verbunden und verteure die Kosten des Wirtens an einem Fest, heisst es. Und auch im Bereich der Hygiene sei das System nicht über alle Zweifel erhaben, monieren andere. Dies etwa, wenn Standbetreiber oder Kunden Becher ungereinigt mehrfach verwendeten. Unbestritten ist allerdings, dass Mehrwegbecher und Depotsystem die Abfalllawine an Fes­ten, und dort insbesondere die Müllberge auf Strassen und Plätzen, massiv reduziert haben.

Zwei aus unterschiedlichen Lagern stammende Mitglieder des Stadtparlaments wollen die Kritik an den Mehrwegbechern neu aufrollen. Etrit Hasler (SP) und Karin Winter-Dubs (SVP) ­haben dafür ein Postulat eingereicht. Vom Stadtrat verlangen sie einen Bericht über die Erfahrungen mit dem Mehrwegsystem. Gleichzeitig sollen mögliche Alternativen dazu geprüft werden. Insbesondere interessiert Hasler und Winter-Dubs, ob es dank der technischen Entwicklung heute Produkte gibt, die eine bessere Ökobilanz als Mehr­weg­becher aus Plastik aufweisen. Im Vorstoss genannt werden biologisch abbaubare, also beispielsweise nach einmaligem Gebrauch kompostierbare Becher. (vre)