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ÖFFENTLICHER VERKEHR: "Nicht akzeptabel": Kanton St.Gallen übt Kritik an fehlendem Bahnausbau

Die Regierung des Kantons St.Gallen akzeptiert die Pläne des Bundes zum Bahnausbau nicht. Grund: Für St.Gallen sei keine markante Verbesserung vorgesehen. Die Regierung fordert "dringend" nötige Ausbauten.
Thurbo Regionalbahn Zug Bahn Bahnverkehr öffentlicher Verkehr auf der Strecke St. Gallen - Romanshorn Passagiere Bahnhof Romanshorn (Bild: Ralph Ribi)

Thurbo Regionalbahn Zug Bahn Bahnverkehr öffentlicher Verkehr auf der Strecke St. Gallen - Romanshorn Passagiere Bahnhof Romanshorn (Bild: Ralph Ribi)

Auf Einladung des Bundes hat die St.Galler Kantonsregierung ihre Stellungnahme zum geplanten Bahnausbauschritt im Zeithorizont 2030/35 abgegeben. Dass in der Vernehmlassungsvorlage "keine markante Verbesserung für den öffentlichen Verkehr im Kanton St.Gallen vorgesehen ist", akzeptiert die Regierung nicht. Sie fordert, dass "dringend nötige Ausbauten" auch in der Ostschweiz berücksichtigt und vorangetrieben werden. Insbesondere soll der Vollknoten St.Gallen endlich umgesetzt und das Angebot der S-Bahn verdichtet werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei.

Gemäss den aktuellen Verkehrsprognosen des Bundes wird die Nachfrage sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr weiter stark zunehmen. Ein grosser Teil dieses Zuwachses muss vom öffentlichen Verkehr, beziehungsweise der Bahn bewältigt werden. Die bereits realisierten und beschlossenen Ausbauten reichen dabei nicht aus, um den Anstieg zu bewältigen. Darum hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) in Zusammenarbeit mit den Kantonen, den Bahnen und der Güterverkehrsbranche einen weiteren Ausbauschritt erarbeitet.

Ende September 2017 stellte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK die Vorlage zum Bahnausbauschritt 2030/35 vor. Die vom Bund vorgeschlagene Variante umfasst ein Investitionsvolumen von 11,5 Milliarden Franken. Die Realisierung der Bauwerke soll bis 2035 abgeschlossen sein. Im Ausbauschritt enthalten sind Grossprojekte wie der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur oder die Erweiterung des Bahnhofs Zürich Stadelhofen. Die Realisierung dieser Milliardenprojekte ist aus St.Galler Sicht durchaus begrüssenswert, "helfen sie doch, die Kapazität und Stabilität auf den Bahnkorridoren Richtung Ostschweiz zu erhöhen".

Weitere Ausbauvorhaben, die vom Kanton St.Gallen gewünscht sind, fehlten in der Vorlage jedoch vollständig, so die Kantonsregierung. In der kantonalen Eingabe vom November 2014 wurde beantragt, flächendeckend den Halbstundentakt für S-Bahnen einführen zu können. Rund um die Stadt St.Gallen sowie im Raum Obersee wurde ein S-Bahn-Viertelstundentakt vorgesehen.

Die Regierung des Kantons St.Gallen habe Verständnis dafür, dass es bei einer mehrfachen Überbuchung des vorgegebenen Finanzrahmens unabdingbar sei, einzelne Projekte nicht oder erst später umzusetzen. Trotzdem akzeptiert die Regierung nicht, dass kein St.Galler Projekt Aufnahme in die Vorlage gefunden hat. "Die beantragen Angebotsverbesserungen bilden einen wichtigen Pfeiler zur Umsetzung der neu entwickelten, ambitionierten Gesamtverkehrsstrategie des Kantons und zur Erfüllung der Vorgaben aus dem überarbeiteten Richtplan"m heisst es weiter. Ein Verzicht auf die Umsetzung der Vorhaben ist daher für die Regierung kein akzeptabler Weg. Sie beantragt daher folgende Angebotsverbesserungen:

Aufbau Vollknoten St.Gallen (gemäss Botschaft FABI und Langfristperspektive Bahn):

  • Leistungssteigerung und Beschleunigung der Zulaufstrecke Winterthur-Wil-Gossau-St.Gallen zur Gewährung der Anschlüsse und Aufwertung der Reiseketten zwischen Fernverkehr und Fernverkehr, Fern- und Regionalverkehr sowie zwischen Regional- und Regionalverkehr
  • Viertelstundentakt im Kernbereich Fürstenland-St.Gallen-Rorschach
  • Kapazitäts- und Stabilitätssteigerung im Knoten St.Gallen

Stadtbahn Obersee 2. Etappe:

  • Halbstundentakt Voralpenexpress St.Gallen-Rapperswil
  • Viertelstundentakt Uznach-Rapperswil - Zusätzliche Haltestelle(n)
  • Halbstundentakt Voralpenexpress Rapperswil-Arth-Goldau
  • Halbstundentakt S-Bahn Altstätten-Sargans
  • IC-Halt in Pfäffikon mit Zubringern aus dem Raum Uznach-Rapperswil

Die Vorlage wird bis Ende 2018 durch das BAV weiterbearbeitet, bevor sie Anfang 2019 im eidgenössischen Parlament diskutiert wird. Die Regierung wird in enger Zusammenarbeit mit den Stände- und Nationalräten alles daran setzen, dass wichtige Angebotsverbesserungen und Kapazitätsausbauten im Kanton doch noch Teil der zu beschliessenden Vorlage werden. (pd/lim)

"In den Regionen liegen massive Verbesserungen drin"

Kritik am Bahnausbau des Bundes kommt auch aus den Regionen: Die Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee, die Region St.Galler Rheintal und die Regio Wil bemängeln, dass der Ausbau für die Ostschweiz ein "leeres Versprechen" bleibe. Gemäss den Regionen liegen von Zürich übers Fürstenland bis an den Bodensee und ins Rheintal "massive Verbesserungen" drin. "Im Kern geht es um die Verkürzung der Fahrzeit St.Gallen-Zürich von 60 auf 50 Minuten und damit um die Realisierung des Vollknotens St.Gallen", heisst es in einer Medienmitteilung der Regionen. Dass die St.Galler Regierung mit einer "ungewohnt scharfen Stellungnahme" nun nachziehe, sei ein "überdeutliches Signal" nach Bern. (pd/lim)

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