«Oedenhof» ein Drittel kleiner

WITTENBACH. Die geplante grosse Überbauung im Zentrum Wittenbachs verzögert sich. Wie nun feststeht, zieht sich einer der drei Investoren aus dem Projekt Oedenhof zurück. Die ersten beiden Etappen werden jetzt angepasst.

Angelina Donati
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Das bestehende Migros-Gebäude wie auch der Martin-Block (rechts im Bild) sollen abgerissen werden und neuen Überbauungen weichen. (Bild: Benjamin Manser)

Das bestehende Migros-Gebäude wie auch der Martin-Block (rechts im Bild) sollen abgerissen werden und neuen Überbauungen weichen. (Bild: Benjamin Manser)

Vor über einem Jahr präsentierte die Gemeinde Wittenbach der Öffentlichkeit eine Studie zum Projekt Oedenhof. Dabei ging es um eine rund 16 000 Quadratmeter grosse Fläche zwischen der Romanshorner- und der Bahnhofstrasse. Bestehende Gebäude sollen einer Überbauung mit einer 1500 Quadratmeter grossen «Migros» und acht weiteren Gebäuden mit Gewerbe- und Wohnraum weichen. Darunter ein achtgeschossiger Bau, der den Auftakt zum Zentrum bilden soll. Die Kosten wurden insgesamt auf 70 Millionen Franken geschätzt. Entstehen sollten rund 150 Wohnungen. Jetzt aber hat sich die Ausgangslage verändert. Wie Gemeindepräsident Fredi Widmer am Montag an der Bürgerversammlung erläuterte, wolle einer der drei Investoren seinen Bereich vorerst im heutigen Zustand belassen.

Zwei Häuser bleiben

Zu den Gründen konnte der Investor gestern noch keine Stellung nehmen. Die Anfrage des Tagblatts kam für ihn jedoch überraschend, zumal er seinen Entscheid der Gemeinde Wittenbach bereits vor einem Jahr schriftlich mitgeteilt habe. Bei diesem Teilstück des Projekts handelt es sich um den letzten Abschnitt des Gebiets, der vom alten Feuerwehrdepot bis zur Vogelherdstrasse reicht. Konkret geht es um eine Fläche mit zwei Mehrfamilienhäusern. Nach neuem Stand werden diese in den nächsten Jahren wohl weiter bestehen bleiben.

Dass dieser eine Grundeigentümer erst zu einem späteren Zeitpunkt bauen wolle, war sich die Gemeinde laut Fredi Widmer bewusst. Ungeachtet der Bauweise in Etappen habe die Gemeinde gehofft, das Projekt als Ganzes realisieren zu können.

Minimale Verzögerung

Trotz des Ausstiegs des Investors sollte die Grossüberbauung laut dem Gemeindepräsidenten dennoch realisiert werden können. «Um die städtebaulichen Ziele zu erreichen, müssen die Studie und das Vorprojekt für die ersten beiden Perimeter nochmals überarbeitet werden», sagt Fredi Widmer. Er spricht von einer minimalen Verzögerung, die das Gesamtprojekt dadurch erfährt.

Als nächstes soll der Teilzonenplan «Kernzone Oedenhof» erarbeitet werden. Auch werde ein Überbauungsplan für die ersten zwei Perimeter erstellt. «Dazu gehören das Verkehrskonzept und die Umlegung des Studerswilerbachs», so Widmer weiter. Ziel ist es, die Studie im Sommer fertig anzupassen. Schliesslich dränge die Zeit. Noch im Herbst soll der Teilzonenplan öffentlich aufgelegt werden können und das Baugesuch im Frühling 2016. «Das ist der Idealfall.» Denn möglich sei dieser Terminplan nur, wenn alles nach Plan verläuft und es keine Verzögerungen gibt, wie Fredi Widmer betont.

100 statt 150 Wohnungen

Von einem möglichst raschen und effizienten Vorgehen spricht auch Projektleiter Alex Cazurra Basté von Bollhalder und Eberle Architektur. Seit einigen Tagen überarbeitet das St. Galler Architekturbüro das Konzept. Dabei stehen die Gebäudegrundrisse noch nicht abschliessend fest. Höhe und Grösse der Überbauungen auf der noch verbleibenden Fläche bleiben hingegen unverändert, wie Cazurra Basté sagt. Von den 150 ursprünglich angedachten Wohnungen werden laut dem Projektleiter ungefähr noch 100 realisiert.