Oberfeld als Oase für Kinder mit Problemen

rorschach. Dank der Philosophie, auch «schwierige» Menschen zu akzeptieren und weil die Kultur der gegenseitigen Hilfe dort weit entwickelt ist, ist die vor hundert Jahren gegründete Sonderschule Heim Oberfeld in Marbach für viele Kinder und Jugendliche zur Oase geworden.

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rorschach. Dank der Philosophie, auch «schwierige» Menschen zu akzeptieren und weil die Kultur der gegenseitigen Hilfe dort weit entwickelt ist, ist die vor hundert Jahren gegründete Sonderschule Heim Oberfeld in Marbach für viele Kinder und Jugendliche zur Oase geworden. Aus Anlass des Jubiläums werden deren Aufgaben und pädagogischen Besonderheiten im ganzen Kanton öffentlich bekanntgemacht. Das geschah am Donnerstagabend im Stella Maris durch Kurzvorträge und ein Podiumsgespräch.

Ort für «schwierige Kinder»

Im Heim Oberfeld werden gut fünfzig verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche individuell gefördert. Sie werden in fünf Wohngruppen betreut, in fünf Klassen geschult und schliesslich bis zur Berufswahl begleitet. In dieser Rudolf-Steiner-Sonderschule hat gelebte Anthroposophie Ausstrahlungskraft. Die erneuerte Infrastruktur in einem arrondierten Landbesitz in schönster Landschaft mit Garten und Landwirtschaft manchen es möglich, die Kinder mit ihren Schwierigkeiten ganzheitlich zu fördern.

Oasen für Kinder mit besonderen Problemen seien wichtig, sagte Ruth Erat, die Vizepräsidentin des Stiftungsrates der vor hundert Jahren durch die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons St. Gallen gegründeten Institution.

Das Miteinander wird gelebt

Etwas vom Bestreben, eine Gemeinschaft des Miteinanders zu bilden, kam im Podiumsgespräch zum Ausdruck.

Unter Leitung von Ursula Germann diskutierten Klassenlehrer Bruno Dudli, Heimleiter Peter Albertin, dessen Stellvertreterin Astrid von Euw und Silvana Schär als ehemalige Schülerin. Letztgenannte erzählte, wie sie als 14-Jährige, die geglaubt hatte, nichts zu sein und nichts zu können, ins Oberfeld kam. Dort wurde ihr Selbstvertrauen und Durchhaltewillen vermittelt, welche es ihr schliesslich ermöglichten, in eine Berufsausbildung einzusteigen. (pb.)