Nur noch Stockwerke überwinden

Das Fachhochschulzentrum hinter dem Bahnhof wird bezogen, gestern ging's los. Am ersten Zügeltag hat unter anderem das Rektorat seine Büros im 17. Stock des «Turms» bezogen. Im Sockelgebäude wurde die Cafeteria «Gleis 8» eröffnet.

Sarah Schmalz
Drucken
Teilen
Rektor Sebastian Wörwag bezieht sein Büro im 17. Stock, von hier aus will er «den Überblick behalten». Vom neuen Standort erhofft er sich eine Stärkung der Fachhochschule St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Rektor Sebastian Wörwag bezieht sein Büro im 17. Stock, von hier aus will er «den Überblick behalten». Vom neuen Standort erhofft er sich eine Stärkung der Fachhochschule St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Vor dem Fachhochschulzentrum stehen zwei leer geräumte Transporter, «Selecta» ist auf dem einen zu lesen; das Logo eines Zügelunternehmens prangt auf dem anderen. Beim Haupteingang mit der automatischen Schiebetüre ist Zigarettenpause; eine Gruppe Zügelmänner mit grauen Überhosen steht zusammen, ihre Kollegen verabschieden sich zum Znüni.

«Schlicht und stimmig»

Die helle Empfangshalle ist leer, abgesehen von wenigen Kartonschachteln und einem blau-uniformierten Securitas an einem Stehpult. Die eine Hälfte der heutigen Ladung sei bereits verstaut, sagt Pascal Tschamper, Leiter Kommunikation. Die andere warte am alten Standort darauf, abgeholt zu werden.

Am ersten Umzugstag werden die Büros im zweitobersten Stockwerk des FHS-Turms bezogen; Finanz-, Personal– und Kommunikationsabteilung sowie das Rektorat kommen hier unter. Diese «zentralen Dienste» waren bislang an der Rosenbergstrasse 22 untergebracht. Der Panoramablick aus dem 17. Stock ist überwältigend, die Perspektive ungewohnt: St. Georgen liegt einem zu Füssen, und es dauert eine Weile bis man die vertrauten Häuser aus diesem Blickwinkel wiedererkennt.

Das Büro von Rektor Sebastian Wörwag liegt im hinteren Teil des Turms; mit Blick gegen Norden, auf den Rosenberg. Als «schlicht und stimmig» empfindet Wörwag das Interieur. Das Arbeiten in luftiger Höhe sieht er auch als Symbol: «Als Rektor muss man schliesslich den Überblick behalten.»

Vasen und Kleiderbügel

Wie in Wörwags Büro stapeln sich auch an den anderen Arbeitsplätzen die Kartonschachteln. Jennifer Abderhalden, Assistentin der Schulleitung, hat mit dem Ausräumen begonnen.

Sie hievt Blumenvasen aus der Schachtel, grüne, gläserne, schwarze. Dann holt sie etwa ein Dutzend Kleiderbügel hervor. Auf ihrem Pult klebt ein plastifizierter Plan: 17:1, 17:2 sind die Büros darauf eingetragen – eine Übersicht für das Zügelunternehmen.

«Damit auch jeder die richtigen Kisten erhält», sagt Abderhalden, die den Umzug der acht Standorte koordiniert. Damit alles klappt, ist der Ablauf klar strukturiert: Am Vortag des Zügeltermins müssen die Institute fertig gepackt haben. Abderhalden ist jeweils da, um bei Problemen weiterzuhelfen. Wenn plötzlich Kisten fehlen beispielsweise oder Fragen auftauchen wie: «Was machen wir nun mit dieser Pflanze?».

Komplizierter wird das Unterfangen wohl, wenn die 40 Unterrichtsräume der Fachhochschule eingerichtet werden. «Das Mobiliar übernehmen wir vom Standort Rorschach», sagt Abderhalden. «Einiges haben wir auch dazugekauft.»

Neues Haus, altes Mobiliar

Am 15. Februar soll die Fachhochschule fertig eingerichtet sein, drei Tage später ist Semesterbeginn. Sebastian Wörwag ist glücklich, dass es «nach langer Vorfreude nun soweit ist». Vom neuen Fachhochschulzentrum verspricht er sich viel: Eine Stärkung des Standorts St. Gallen nämlich sowie eine verbesserte interne Zusammenarbeit. «Man weiss nun, wo wir sind», sagt er. «Und während wir intern früher grosse Distanzen überwinden mussten, müssen wir nun bloss Stockwerke überwinden.»

Bis zum Ende der Semesterferien wird sich das Rektorat jeden Tag zu einer Sitzung treffen. Um organisatorische Abläufe zu diskutieren, aber auch weil das Weiterbildungszentrum der Fachhochschule bereits kommende Woche seine Arbeit aufnimmt.

Gut also, dass die von der Migros betriebene Cafeteria «Gleis 8» gestern bereits eröffnet hat. Während sich an den Bistrotischchen einige Angestellte mit ihren Laptops installiert haben, bespricht der Bistro-Chef mit seinem Personal das korrekte Einpacken der verschiedenen Brötli. «Und wie viel kosten nun die kleinen Brötchen? Vier zwanzig?» Auch das wird sich einspielen im neuen Fachhochschulzentrum.

Ihren Namen verdankt die Cafeteria «Gleis 8» einer Abstimmung auf Facebook. Das von der Migros betriebene Bistro ist öffentlich, genauso wie die Mensa, die bei Semesterbeginn eröffnet wird. (Bild: Ralph Ribi)

Ihren Namen verdankt die Cafeteria «Gleis 8» einer Abstimmung auf Facebook. Das von der Migros betriebene Bistro ist öffentlich, genauso wie die Mensa, die bei Semesterbeginn eröffnet wird. (Bild: Ralph Ribi)

Aktuelle Nachrichten