Nur ein laues Lüftchen aus Bern

ALTENRHEIN. Der Bundesrat hat das Objektblatt des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) für den Airport St. Gallen-Altenrhein genehmigt. Auf die aktuelle Situation und die Entwicklung des heimischen Flughafens hat der Entscheid keine Wirkung.

Rudolf Hirtl
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Die Genehmigung des SIL-Objektblattes für den Airport St. Gallen-Altenrhein durch den Bundesrat hat keine spürbaren Auswirkungen auf den Betrieb des Regionalflugplatzes. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Genehmigung des SIL-Objektblattes für den Airport St. Gallen-Altenrhein durch den Bundesrat hat keine spürbaren Auswirkungen auf den Betrieb des Regionalflugplatzes. (Bild: Rudolf Hirtl)

Altenrhein. «Gar nicht.» Die Antwort von Airport-Direktor Armin Unternährer auf die Frage, wie sich der Entscheid des Bundesrates auf den Betrieb des Airports am Bodensee auswirke, ist entwaffnend ehrlich. Dennoch ist er nicht restlos glücklich über das nun journalisierte SIL-Objektblatt, das den Rahmen für den Betrieb und die Infrastruktur des Regionalflugplatzes setzt. «Wir stören uns daran, dass wir weiterhin ein Korsett verpasst bekommen, das die Flugbewegungen auf 36 500 jährlich begrenzt», sagt Unternährer. Das von Airport-Gegnern gerne vorgebrachte Argument, dass damit zum Schutz der Bevölkerung die Lärmbelastung eingeschränkt werde, bezeichnet er als falsch und völlig veraltet. Als Betreiber eines privaten Flugfeldes, was Altenrhein gesetzlich ist, könne der Airport selbst bestimmen, wer landen und starten dürfe. So könnte beispielsweise ein leises Flugzeug abgewiesen werden, während gleichzeitig ein alter, lauter Jet die Landeerlaubnis erhalte.

Lärmbeschränkung sinnvoller

Die Beschränkung der Flugbewegungen sei also keinesfalls ein Lärmschutz und trage der Entwicklung im modernen Flugzeugbau überhaupt nicht Rechnung. Weitaus wirkungsvoller sei es, eine Lärmobergrenze zu bestimmen, zumal die nächste Generation Flugzeuge nochmals 20 bis 30 Prozent leiser sei. Die Angst vor ausufernden Flugbewegungen bei der Öffnung des Korsetts sei unbegründet, zumal der Airport das bestehende Limit mit durchschnittlich 30 000 Bewegungen jährlich auch heute bei weitem nicht ausreize. Auf eine Konzessionierung des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein wird laut Bundesrat bis auf weiteres verzichtet. Der People's-CEO nimmt's mit einem Schulterzucken zur Kenntnis: «Die Konzessionierung wurde noch von den früheren Besitzern angestrebt, wir haben uns nie darum bemüht. Es ist riesiger Aufwand ohne grossen Nutzen für den Airport.»

Mit Einsprachen eingedeckt

Weitaus mehr Kopfzerbrechen bereiten ihm durch Einsprachen blockierte Bauprojekte, wobei diese für Unternährer vor allem im Bereich Terminal völlig unverständlich sind, zumal dort nur bundesrätliche Vorgaben umgesetzt werden sollen. Im Rahmen des Schengen-Abkommens müssen nämlich Nicht-Schengen-Passagiere im Einsteigebereich beim Abflug und bei der Ankunft vor der Gepäckausgabe räumlich getrennt werden. Auch gegen den Hangarneubau und die Terminal-erweiterung sind Einsprachen eingegangen. «Wir hoffen, dass wir vor dem Winter wenigstens die Bodenplatte für den Hangar realisieren können, um diese beim nächsten WEF in Davos als Abstellplatz nutzen zu können.» Im Rahmen des Masterplans ist der Airport daran, eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das gesamte Gelände erstellen zu lassen und so bei künftigen Bauprojekten weniger Angriffsflächen für Einsprachen zu bieten.