«Nur die zweitbeste Lösung»

Der Quartierverein St. Fiden-Neudorf verzeichnete 2015 einen hohen Verlust und musste einen Mitgliederrückgang hinnehmen. Dieses Jahr steht die Schliessung der Poststelle St. Fiden bevor.

David Gadze
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Die Poststelle St. Fiden wird Mitte Juli geschlossen. Stattdessen eröffnet in der Rotpunkt-Apotheke im Shopping Silberturm eine Postagentur. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die Poststelle St. Fiden wird Mitte Juli geschlossen. Stattdessen eröffnet in der Rotpunkt-Apotheke im Shopping Silberturm eine Postagentur. (Archivbild: Ralph Ribi)

Der Quartierverein St. Fiden-Neudorf blickt auf ein negatives Geschäftsjahr 2015 zurück. In der Kasse resultierte ein Loch von fast 8000 Franken. Gründe dafür seien hauptsächlich Abschreibungen auf offene Rechnungen sowie die Erneuerung der Homepage, sagte Quartiervereinspräsident Bruno Stalder an der Hauptversammlung vom Montagabend im Kirchgemeindehaus Grossacker. Er sah es pragmatisch: Der Vorstand habe ohnehin aus steuerlichen Gründen eine Reduktion des Vermögens – es beträgt neu knapp 70 000 Franken – angestrebt.

Fast 100 Mitglieder weniger

Auch die Mitgliederzahl ging im Jahr 2015 zurück. Sie sank von 2404 auf 2317 Privatpersonen und Firmen. Acht Neueintritten standen 23 Austritte gegenüber. Die restlichen 72 Personen wurden gestrichen, weil sie ihre Mitgliederbeiträge nicht bezahlt hatten. Bereits 2014 verlor der Quartierverein praktisch gleich viele Mitglieder aus dem gleichen Grund, verzeichnete damals allerdings 133 Neueintritte.

Die Zahl der Mitglieder habe nur dank intensiver Werbung auf diesem Niveau gehalten werden können, sagte Stalder. Die hohen Kosten fürs Anschreiben der Neuzuzüger im Quartier seien somit gerechtfertigt.

Poststelle wird zur Agentur

Stalder kam auch auf die bevorstehende Schliessung der Post St. Fiden zu sprechen, die Mitte Juli durch eine Agentur ersetzt wird. Dabei handle es sich um die «aus unserer Sicht zweitbeste Lösung». Erfreulich sei immerhin, dass mit der Rotpunkt-Apotheke im Shopping Silberturm «eine gute Lösung» für die Agentur gefunden worden sei.

Der Quartiervereinspräsident erwähnte auch die geplanten Veränderungen an der Tempelackerstrasse. Die Ortsbürgergemeinde will den «Acker» – das Pärkli zwischen Tempelackerstrasse, Ackerstrasse und Kleinbergstrasse – öffentlich zugänglich machen. Dafür soll der südliche Abschnitt der Tempelackerstrasse zum Fuss- und Veloweg und für Autos gesperrt werden. Damit würden auch die 25 Parkplätze in der Blauen Zone wegfallen. Zusammen mit dem Quartierverein Südost sei es aber gelungen, eine «akzeptable Lösung» für die Anwohner zu finden und zumindest einen Teil der Parkplätze bei der Geriatrischen Klinik zu ersetzen.

Ein Vorstandsmitglied weniger

An der Hauptversammlung ist Karin Högger nach 18 Jahren aus dem Vorstand des Quartiervereins zurückgetreten. Sie betreute seit 2002 die Geschäftsstelle und war seit 2003 Mitglied des «Tablättli»-Teams. Als Nachfolgerin von Revisor Markus Hablützel, der ebenfalls zurücktrat, wählten die 174 Stimmberechtigten Erika Delessert.