Nur der Standort ist umstritten

GOSSAU. Zweimal Ja zum Buechenwald, zweimal Ja zur Rosenau: An der überparteilichen Podiumsdiskussion haben die Gossauer Parteien ihre Parolen zur Hallenbad-Abstimmung gefasst. Nur eine Partei will sich nicht festlegen.

Marion Loher
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Diskussionsleiter Ruedi Blumer (Mitte) mit den Podiumsteilnehmern Florian Kobler, Pro Buechenwald (links), und Alfred Zahner, Pro Rosenau. (Bild: Coralie Wenger)

Diskussionsleiter Ruedi Blumer (Mitte) mit den Podiumsteilnehmern Florian Kobler, Pro Buechenwald (links), und Alfred Zahner, Pro Rosenau. (Bild: Coralie Wenger)

Das Gossauer Stimmvolk ist in diesem Jahr ziemlich gefordert. Am 24. November wird es zum drittenmal innerhalb von neun Monaten an die Urne gebeten. Nach dem Steuerfuss Anfang März und dem Glasfasernetz Ende September geht es dieses Mal um das Hallenbad. Ein weiterer zukunftweisender Entscheid.

Einigkeit bei einer Frage

Doch bevor dieser getroffen wird, hatten die fünf Gossauer Parteien am Montagabend an einer überparteilichen Podiumsdiskussion ihre Parolen für die Abstimmung zu fassen. Und dabei zeigte sich, dass der Abstimmungskampf in den nächsten Wochen wohl noch spannend werden dürfte. Denn die Parteien sind sich lediglich in einer der beiden Fragen, welche Ende November zu klären sind, einig. In jener nämlich, ob die Stadt Gossau auch weiterhin ein eigenes Hallenbad betreiben soll. Ja heisst es hier von links bis rechts. Uneins sind sich die Parteien hingegen beim Standort. CVP und SP befürworten einen Neubau beim Buechenwald. Auch, weil Synergien mit dem Freibad genutzt werden könnten und die Sportvereine «geschlossen» hinter dieser Variante stünden, begründete SP-Präsident Ruedi Blumer den Parteientscheid.

SVP für Stimmfreigabe

Anderer Meinung sind FDP und Flig. Für beide kommt nur eine Sanierung des jetzigen Bads in der Rosenau in Frage. «Ein Neubau ist ein zu grosser finanzieller Kraftakt», sagte Felix Koller von der FDP, und Flig-Präsident Stefan Harder blies ins selbe Horn: Die jetzigen Finanzen liessen den Bau eines neuen Hallenbads nicht zu. Zu keinem Entscheid konnte sich die SVP durchringen. Derzeit seien noch zu viele Fragen ungeklärt, sagte Parteipräsident Markus Rosenberger. Deshalb entschied sich die SVP bezüglich des Standorts für Stimmfreigabe.

Stadtrat kämpft nicht mit

Vor der Parolenfassung erläuterte der höchste Gossauer, Fredi Mosberger, den «politischen Werdegang» der Abstimmungsvorlage, und «Sportminister» Urs Blaser, wie ihn Moderater Stefan Häseli nannte, die Haltung des Stadtrats. Dieser lege «Wert auf ein Hallenbad in Gossau» und stütze die Empfehlungen des Gesak-Berichts, sagte Blaser. Er betonte aber auch, dass der Stadtrat die Grundsatzabstimmung «nicht gesucht» habe, diese sei vom Parlament beschlossen worden. «Der Stadtrat wird sich denn auch nicht aktiv am Abstimmungskampf beteiligen.» Bedauert werde, so Blaser, dass mögliche Grundlagen aus einem Gesak-Masterplan bei der Abstimmung nicht berücksichtigt werden könnten. Dies ist so, weil die Grundsatzabstimmung erst die Weichen für den Masterplan stellen wird. «Richtig stellen soll», sagte Florian Kobler, Präsident des Pro-Komitees GoGesak und SP-Parlamentarier, an der Podiumsdiskussion. «Und zwar für einen Neubau auf dem Buechenwald-Areal.» Weil damit, so Kobler, die heutigen und künftigen Bedürfnisse abgedeckt, Synergien mit dem Freibad genutzt und Betriebskosten gesenkt werden könnten. Es gebe «mehr Bad für weniger Geld».

Folgekosten miteinbeziehen?

Koblers Gegenüber, Flig-Parlamentarier Alfred Zahner allerdings sieht wesentliche Vorteile in der Sanierung des bestehenden Hallenbads: «Tiefere Kosten und eine schnellere Realisierung.» Ausserdem profitierten bei einer Erneuerung alle Vereine. Man käme viel schneller zu mehr Turnhallen. Ein Punkt, der auch beim Publikum – etwa 100 Personen kamen in die «Friedberg»-Mensa – immer wieder für Kritik sorgte, waren die Kosten beider Varianten sowie deren Folgekosten. Letztere müssten bei der Diskussion «zwingend» miteinbezogen werden, sagte Zahner. Denn die wären bei einem Neubau um einiges höher als bei einer Sanierung. Der Pro-Buechenwald-Sprecher entgegnete unermüdlich, dass es jetzt lediglich um eine Grundsatzabstimmung gehe, welche die Richtung des auszuarbeitenden Masterplans vorgeben soll. Und erst dann könnten die Folgekosten seriös beurteilt werden.

Bild: MARION LOHER

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