Nur auf dem Land die Nase vorne

REGION RORSCHACH. Auf dem Land oft vor seinem Kontrahenten Paul Rechsteiner (SP), in den Städten praktisch chancenlos; Ständeratskandidat Thomas Müller (SVP) hat am Sonntag selbst in seiner Heimatstadt Rorschach nur den undankbaren dritten Rang belegt.

Rudolf Hirtl
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Thomas Müller Ständeratskandidat, Rorschach (Bild: pd)

Thomas Müller Ständeratskandidat, Rorschach (Bild: pd)

REGION RORSCHACH. Das Phänomen ist bei Personenwahlen für SVP-Kandidaten aus der Region, die sich um ein höheres Amt bewerben, nicht neu. Auch Tübachs Gemeindepräsident Michael Götte musste 2012 diese Erfahrung machen, als er im Kampf um einen Sitz in der St. Galler Regierung zwar in zwei Drittel der Landgemeinden besser abschnitt als Fredy Fässler, dem SP-Mann, aber im Pfalzkeller trotzdem zur Wahl gratulieren musste.

Auch Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller (SVP), dessen Sitz im Nationalrat am Sonntag problemlos mit 57 124 Stimmen bestätigt wurde, nach Toni Brunner (74 777) und Lukas Reimann (71 892) mit den drittmeisten Stimmen im Kanton St. Gallen, muss dieses Stadt-Land-Szenario zu Kenntnis nehmen.

In zwei Wahlkreisen vorne

Mit Karin Keller-Sutter (FDP) konnte er zwar auch auf dem Land stimmenmässig nicht mithalten, doch seinen linken Widersacher im Ständerats-Wahlkampf Paul Rechsteiner liess er dort in nicht weniger als 31 Gemeinden hinter sich. In den Wahlkreisen Rheintal (Müller 7383 Stimmen/Rechsteiner 6247 Stimmen) und Sarganserland (4632/4590) lag er auch gesamthaft vorne. Nur knapp verpasste Müller dies im Wahlkreis Toggenburg (5704/5748), wo er knappe 44 Stimmen zurücklag. Am deutlichsten für Müller als Ständerat ausgesprochen haben sich die Wähler in Oberriet, wo er mit 1180 gegen 570 mehr als doppelt so viele Stimmen als Rechsteiner erhielt. Hoch in der Gunst der Wähler stand er auch in Gommiswald (758/485) und in St. Margrethen (541/387).

Kein Heimspiel für Müller

Völlig konträr dazu Müllers Resultate in den Städten. Am deutlichsten zuungunsten von ihm fällt das Verdikt in der Kantonshauptstadt St. Gallen aus, wo der Rorschacher mit 4666 zu 13 536 Stimmen gegen Rechsteiner chancenlos blieb; dasselbe Bild zeigt sich auch in Rapperswil-Jona (2513/3710) oder Wil (2162/3261). Und selbst im Wahlkreis Rheintal, wo er deutlich gewann, hatte er im städtischen Altstätten (1020/1117) das Nachsehen.

Ernüchternd auch das Resultat im Wahlkreis Rorschach. Einzig in Thal (806/685) sammelte Müller mehr Stimmen als Rechsteiner. Weniger freuen dürfte ihn, dass er ausgerechnet auf heimischem Territorium von Paul Rechsteiner überholt wurde. Rechsteiner erhielt in Rorschach 920 Stimmen, Müller nur gerade 638. Im gesamten Wahlkreis lag Rechsteiner ebenfalls vorne (4704/5410).

Thomas Müller war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.