Nun doch Lösung am Rheinspitz

ALTENRHEIN. Der Fährbetrieb von Altenrhein nach Gaissau scheiterte am Widerstand der Österreicher, doch jetzt soll die Verbindung an der Mündung des Alten Rheins doch noch Tatsache werden. Demonstriert wird die neue Lösung am Ostermontag.

Rudolf Hirtl
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Bisher hat Zauberer Kuli geheim in der Halle trainiert, und Kantonsratspräsident Felix Bischofberger ist noch an einem Halteseil gesichert. Am Ostermontag wird die Demonstration ohne Sicherung und doppelten Boden unter freiem Himmel durchgeführt. (Bild: pd)

Bisher hat Zauberer Kuli geheim in der Halle trainiert, und Kantonsratspräsident Felix Bischofberger ist noch an einem Halteseil gesichert. Am Ostermontag wird die Demonstration ohne Sicherung und doppelten Boden unter freiem Himmel durchgeführt. (Bild: pd)

Wer am Rheinspitz seinen Kaffee ausgetrunken hat und nun der Vorarlberger Seite einen Besuch abstatten will, der schaut in die Röhre. Vor allem dann, wenn er zu Fuss unterwegs ist. Zuerst mehrere Kilometer nach Rheineck laufen und dann auf der österreichischen Seite wieder dem Alten Rhein entlang zurück; das tut sich niemand an, ausser er möchte beim Wien-Marathon vom 14. April eine gute Figur machen.

Bürgermeister mag nicht

Damit soll nun Schluss sein. Die Lösung, nämlich ein grenzüberschreitendes Projekt, wurde von keinem Geringeren als vom höchsten St. Galler höchstpersönlich präsentiert. Nach Meinung von Kantonsratspräsident Felix Bischofberger würde ein Fährbetrieb für Fussgänger und Radfahrer von Altenrhein nach Gaissau ein lange währendes Problem lösen und dem Wunsch vieler Menschen entsprechen.

Allerdings hat er die Rechnung ohne den Wirt, beziehungsweise ohne Reinhold Eberle, Bürgermeister von Gaissau, gemacht. «Aus unserer Sicht hat das Projekt keine Chance auf Erfolg. Die Fähre und der damit verbundene Besucherstrom wären ein massiver Eingriff in das Naturschutzgebiet Rheinholz», zitierte er am 23. Februar einer Tagblatt-Journalistin in den Notizblock.

Schweben statt fahren

Ohne das Einverständnis von österreichischer Seite lässt sich ein Fährbetrieb zwischen Altenrhein und Gaissau zwar nicht verwirklichen. Die Tourismuskommission Thal will ihre Idee aber trotzdem nicht in einer Schublade verschwinden lassen. «Das Feedback aus der Bevölkerung ist sehr positiv», sagt der Altenrheiner Posthalter Felix Bischofberger und freut sich, dass nun doch noch, weitaus schneller als erhofft, eine Lösung gefunden werden konnte. Noch lässt er sich aber nicht in die Karten blicken, doch übermorgen, am Ostermontag, wird der Vorhang am Ufer des Alten Rheins gelüftet. Durchgesickert ist bis anhin einzig, dass es sich um eine äussert ungewöhnliche Lösung handelt. Der aus Thal stammende Zauberer Kuli wird sie mit einer Grossillusion demonstrieren und dabei den Kantonsratspräsidenten zum Schweben bringen.

Dass sich der höchste St. Galler für dieses nicht ganz ungefährliche Unterfangen höchstpersönlich zur Verfügung stellt, wird von den Mitgliedern des St. Galler Kantonsrats als mutig und engagiert bezeichnet (siehe nebenstehende Box). Sollte trotz aller Sicherheitsmassnahmen etwas schiefgehen, wäre übrigens Vizepräsident Donat Ledergerber aus Kirchberg erster Ersatz für Bischofberger. Die Grossillusion wird bei jedem Wetter beim Parkplatz Alter Zoll hinter dem «Idyll» um 14 Uhr zu beobachten sein.

Süsses für Kinder

Als Ostergeschenk erhalten die ersten 100 Kinder, die der Präsentation beiwohnen, eine süsse Überraschung von Maestrani. Getränke offerieren die Sponsoren Schützengarten und Ramseier. Ausserdem erhalten Kinder die Gelegenheit, ebenfalls über dem Alten Rhein zu schweben.

Ostermontag, 14 Uhr, Vorführung beim Restaurant Idyll, Altenrhein.

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