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NOVUM: Der erste E-Stadtbus der Schweiz

Die Stadt St. Gallen beweist Pioniergeist: Sie beschafft als erste Stadt im Land einen Bus mit Batterieantrieb. Die FDP scheiterte im Stadtparlament mit einem Rückweisungsantrag.
Daniel Wirth

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Der Stadtrat beantragte dem Stadtparlament einen Verpflichtungskredit von 585000 Franken für einen Midi-Bus mit Batterieantrieb des Typs Solaris Urbino 8.9 LE electric für die Linie 10. Das Geschäft war umstritten. Roger Dornier, der Sprecher der FDP-Fraktion, reichte in seiner letzten Sitzung als Parlamentarier einen Rückweisungsantrag ein. Diesen knüpfte er an einen Auftrag. Der Stadtrat habe dem Parlament ein Konzept vorzulegen, welche Antriebsarten in absehbarer Zeit zur Verfügung stünden und wie diese hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Eignung für die Topografie der Stadt zu beurteilen seien; auf dieser Basis solle dann erneut Antrag gestellt werden, welcher Bus als Ersatz für die Linie 10 beschafft werden soll. Unterstützung erhielten die Freisinnigen von der SVP-Fraktion. Die Fraktion von CVP und EVP war uneins, wie ihre Sprecherin Barbara Hächler sagte. Die Vision der städtischen Verkehrsbetriebe (VBSG) sei, die gesamte Busflotte mittelfristig im abgestimmten Ziel zum Energiekonzept 2050 zu elektrifizieren. «Unsere Fraktion anerkennt dies in hohem Masse und wünscht den VBSG gleichzeitig viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer E-Strategie», sagte Hächler. Trotz alledem könnten Teile der CVP/EVP-Fraktion der Vorlage nur mit Vorbehalten zustimmen und würden sich der Stimme enthalten. Hächler kritisierte, die Vorlage sei nicht vollständig aufgesetzt. Sie stiess damit ins gleiche Horn wie Roger Dornier, nur nicht gleich stark.

Franz Eggmann sagte in Stellvertretung von Andrea Eva Scheck namens der SP/Juso/PFG-Fraktion, mit dem beantragten neuen Elektro-Stadtbus könne die Stadt St. Gallen ihren Dieselverbrauch jährlich um 15000 Liter Diesel reduzieren. Zwar koste der Bus mit Batterieantrieb mehr als ein herkömmlicher Dieselbus, das dürfe nicht unter den Teppich gekehrt werden, aber ein Pilotversuch sei eben auch nie gratis. Auch in der Fraktion von Grünen und Jungen Grünen war die Anschaffung des Elektrobusses für die Linie 10 unbestritten. Ihre Sprecherin Veronika Meyer sagte, es gehe um ein Pionierprojekt für die Elektromobilität der künftigen städtischen Busflotte. «Wir müssen der Luftqualität zuliebe von Dieselfahrzeugen wegkommen», sagte Veronika Meyer. Auch Thomas Brunner, der Sprecher der Fraktion der Grünliberalen, argumentierte mit der Lufthygiene für den Kauf eines Batteriebusses für die Linie 10.

Stadtrat Peter Jans für einmal nicht die Ruhe selbst

Stadtrat Peter Jans, Vorsteher der Technischen Betriebe, ist nicht so leicht aus der Reserve zu locken. Gestern reagierte er auf den Rückweisungsantrag der FDP für seine Verhältnisse fast ein wenig aufgebracht: «Es geht um die Ersatzbeschaffung eines Busses. Und ausgerechnet die FDP, die sonst immer nach Innovationen ruft, verlangt vom Stadtrat eine Auslegeordnung.» Die Entwicklung von neuen Techniken in der E-Mobilität schreite rasant voran, sagte Jans. «Wir können nicht warten, bis alles ausgetestet ist.»

Der Rückweisungsantrag der FDP wurde mit 37 zu 21 Stimmen abgelehnt, die Vorlage dann mit 41 zu 13 Stimmen angenommen.

Das neue Fahrzeug, das die Stadt St. Gallen auf der Linie 10 einsetzen wird, ist der erste Stadtbus mit Batterieantrieb, den eine Schweizer Stadt kauft. Die Stadt Zürich hat für Testzwecke erst einen gemietet.

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