«Notker» macht das Rennen

MÖRSCHWIL. Ein freistehender Glaspalast soll es sein, das neue Primarschulhaus in Mörschwil. Das Projekt vom Büro Hug Architekten St. Gallen hat sich klar von den neun anderen abgehoben.

Martina Kaiser
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Blick vom Sportplatz: Im zweiten Untergeschoss des Neubaus gelangt man durch einen Gang zu den Schulhäusern Gallus (links) und Otmar. (Bild: Visualisierungen: Büro Hug Architekten St. Gallen)

Blick vom Sportplatz: Im zweiten Untergeschoss des Neubaus gelangt man durch einen Gang zu den Schulhäusern Gallus (links) und Otmar. (Bild: Visualisierungen: Büro Hug Architekten St. Gallen)

Alle zeigen sie sich vom Siegerprojekt begeistert: der Schulratspräsident, die Jurymitglieder und natürlich auch der Architekt selbst. Die Frage ist nur, ob es auch den Lehrerinnen und Lehrern gefällt. Denn sie sind es, die tagtäglich im Neubau zwischen dem Gallus- und dem Otmarschulhaus «ausgestellt» sein werden. Denn «Notker», so heisst das Siegerprojekt, ist ein Glasbau: Jeder, der daran vorbeigeht, kann den Schülern praktisch in die Hefte schauen. «Wir haben das Problem erkannt», sagt Schulratspräsident Ulrich Illigen, «und es gibt Lösungen dafür.

Möglich wären zum Beispiel Vorhänge oder Jalousien. So kann jeder Lehrer selbst entscheiden, ob er und seine Klasse nach aussen sichtbar sein möchten oder nicht.»

Ein klarer Favorit

Davon abgesehen überzeugt das Projekt vom Büro Hug Architekten aus St. Gallen die Fachjury auf der ganzen Linie: «Es hebt sich krass von den anderen neun Projekten ab. Wäre es nicht gewesen, hätten wir ein Problem gehabt», sagt Jurymitglied Hubert Bischoff.

Was macht es denn so einzigartig? «In seiner Form und Grösse passt es sich den beiden anderen Schulhäusern an. Zudem schafft die Gebäudestruktur optimale Bedingungen für einen zeitgemässen Unterricht.»

Gang zu «Otmar» und «Gallus»

Geplant sind ein Förderraum und Musikzimmer im zweiten Untergeschoss. Im ersten Untergeschoss werden die beiden Kindergärten des «Häftlibachs» untergebracht.

Auf der gleichen Etage soll ein Gang den Neubau mit den beiden bestehenden Primarschulhäusern verbinden. Im Erdgeschoss sind das Lehrerzimmer und Verwaltungsräume vorgesehen. Der Haupteingang sowie der teilweise überdeckte Pausenplatz befinden sich auf der Nordseite an der Schulstrasse.

Die beiden Primarklassen werden im ersten Obergeschoss auf je 80 Quadratmetern unterrichtet. Auf dieser Etage ist auch ein Gruppenraum mit Glaswänden vorgesehen.

Zuoberst entstehen eine Bibliothek und Lernateliers, die laut Schulratspräsident Illigen unter anderem für naturwissenschaftliche Versuche genutzt werden könnten.

Gallusturnhalle wird abgerissen

Obwohl es möglich gewesen wäre, die 47jährige Turnhalle zwischen dem Gallus- und dem Otmarschulhaus in das Projekt einzubeziehen, haben alle zehn Architekten darauf verzichtet.

«Der Umbau wäre im Vergleich zum Neubau aufwendiger und teurer geworden», sagt Architekt Hans Peter Hug. Die Gallusturnhalle soll deswegen einem Neubau weichen. Die Kosten für das Projekt liegen etwa bei 6,5 Millionen Franken. Wann ein Projektierungskredit eingeholt werden kann, ist noch offen. Laut Ulrich Illigen wird der Fahrplan in den nächsten Wochen festgelegt.

Ein Ausbau der Schulanlage wurde nötig, weil die Raumverhältnisse alles andere als komfortabel sind: Es fehlt an Gruppenräumen, die Kinder müssen teilweise auf den Gängen unterrichtet werden. Die beiden freiwerdenden Klassenzimmer im Gallus- und das Lehrerzimmer im Otmarschulhaus sollen deshalb künftig als Gruppenräume genutzt werden.

Blick von der Schulstrasse: Pausenplatz mit Haupteingang.

Blick von der Schulstrasse: Pausenplatz mit Haupteingang.