Notfallnummer stets auf Pfadi

BENKEN. Verbrennungen, weil eine Gasflasche brannte: Schon am Eröffnungstag bewährte sich, dass jeder Bula-Teilnehmer die Notfallnummer auf sich trägt.

Christoph Zweili
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Einer von acht: Sanitätsposten im Unterlager «360 Grad – tour d'innovation» in Benken. (Bild: Medienzentrum Bula)

Einer von acht: Sanitätsposten im Unterlager «360 Grad – tour d'innovation» in Benken. (Bild: Medienzentrum Bula)

Keine Übung, sondern Notfall: Der Arzt im Unterlager «Hotspot» in Tuggen bot am Montagabend das mobile Sanitätsteam aus Benken auf, nachdem sich eine 36jährige Köchin Verbrennungen zweiten Grades zugezogen hatte, als in der Lagerküche Gas aus einer Propanflasche ausgetreten war und verpuffte. Zwei Frauen erlitten leichte Verbrennungen, die Lagerköchin wurde nach der Erstversorgung vor Ort ins Spital Lachen SZ überwiesen. «Damit müssen wir rechnen», sagt Bettina Flütsch v/o Lausi. «Meist sind es aber Schürfungen und Rissquetschwunden.»

Die 44jährige Fachärztin Gynäkologie und Sanitätsverantwortliche im Bundeslager praktiziert am Kantonsspital Zug. Wie die meisten Kolleginnen und Kollegen im Sanitätszentrum in Benken ist sie Roverin. Hier gibt es eine Augenärztin, eine Kinderchirurgin, zwei Internisten – alles ehemalige Pfadiaktive.

Mit Zentralapotheke

In der militärischen Sanitätshilfsstelle stehen ein grosses Krankenzimmer für bettlägerige Lagerteilnehmer und ein Interventionscontainer mit Material zur Verfügung. 25 Sanitätssoldaten sind ständig im Einsatz. Aus der mit Hilfe der Pharmaunternehmen eingerichteten Zentralapotheke können die Unterlager jeden Tag bestellen – «wie in einer Spitalapotheke», ist «Lausi» stolz. Dazu gehört auch Zeckenspray, der für jede Einheit zur Verfügung steht, obwohl das Bula nur am Rande eines Risikogebiets liegt.

In jedem der acht Unterlager gibt es einen Sanitätsposten, besetzt mit einem Arzt und drei Pflegefachleuten. «Bis zum Lagerende werden sie bis zu 2500 Verletzungen zu behandeln haben», schätzt «Lausi». Darüber hinaus gibt es täglich Sprechstunden. «Und wir nehmen täglich Trinkwasserproben.» Vor allem die Kolibakterien (E. coli) werden überprüft, weil sie auf Fäkalverunreinigungen hinweisen.

Im Bundeslager steht ferner ein zehnköpfiges Care-Team bereit. «Wir können die Erstbetreuung bei Unfällen mit mehreren Verletzten übernehmen», sagt «Lausi».

Schnell vor Ort

Ausgerückt wird mit Militärfahrzeugen, aber ohne Blaulicht: «Wir sind schnell vor Ort und überbrücken, bis die Blaulicht-Organisationen auf dem Platz sind.» Dazu kommt es hoffentlich nicht: Schwere Unfälle sind in der Pfadi selten.

www.tagblatt.ch/contura

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