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NOTFALL: Spühl lässt nichts anbrennen

Ein Unfall, ein Brand in der Lagerhalle und Dutzende Arbeiter, die evakuiert werden müssen. Bei einer Notfallübung der Spühl GmbH in Wittenbach sind einige Akteure heftig ins Schwitzen gekommen.
Sebastian Schneider
Die Feuerwehr Wittenbach am Dienstagnachmittag im Einsatz in der Lagerhalle der Spühl GmbH. (Bild: Ralph Ribi)

Die Feuerwehr Wittenbach am Dienstagnachmittag im Einsatz in der Lagerhalle der Spühl GmbH. (Bild: Ralph Ribi)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Heisse Späne wirbeln durch die Luft. In der Produktionshalle der Spühl GmbH surren und rattern die Maschinen, weisses Kühlwasser schmiert die Schneiden der Bohrer und Fräser. Eigentlich läuft an diesem Dienstagnachmittag alles rund und wie gewohnt in der Firma neben der Badi Wittenbach. Doch plötzlich stellen die circa 150 Angestellten ihre Arbeiten ein. Kurz vor 16 Uhr ist der Feueralarm ausgebrochen. Die Mitarbeiter aus allen acht Zonen der Firma müssen raus zum Sammelplatz. Helfer in Leuchtwesten stellen sicher, dass alle ihren Arbeitsplatz verlassen. Draussen vor den Hallen in Sicherheit, zünden die ersten eine Zigarette an. «Wir haben sofort gewusst, dass dies eine Übung ist», sagt ein Mechaniker in aller Gelassenheit.

Halle in Brand, Mann unter Strom

Während sich die Arbeitspause bei der Mehrheit der Spühl-Mitarbeiter zur gesellig-gemütlichen Runde entwickelt, kommt ein Kollege ganz schön ins Schwitzen. Daniel Gut steht als Notfallmanager im Einsatz. Er ist an der Front und versorgt die Einsatzkräfte mit Informationen über Räume, Gänge und Gefahrenstoffe. Dem Reporter, der plötzlich mit einem Fotografen am Brandherd auftaucht, zeigt er den Weg zum Notfallstab. Nur dieser darf den Pressevertretern Auskunft geben. Mit dem Notfallstab, dem auch der Geschäftsführer angehört, ist der Notfallmanager ständig in Kontakt. Der Notfallstab fungiert quasi als sein Büro.

Henry Brunschweiler, bei der Spühl GmbH zuständig für Infrastruktur und Sicherheit, ist der Lenker der Übung. Mit dem Ablauf zeigt er sich zufrieden. «Zum einen lief vieles richtig, zum zweiten können wir neue Schlüsse ziehen und einige Punkte verbessern», bilanziert Brunschweiler nach der 30-minutigen Notfallübung. Es ist nicht das erste Mal, dass in der Spühl GmbH der Ernst­fall ­geprobt wird. «Unser Mutterkonzern verlangt eine Evakuationsübung pro Jahr.» Obwohl die ­Firma als Herstellerin von Federkernmaschinen mit wenig gefährlichen Flüssigkeiten und ­Materialien operiert, will die ­Geschäftsleitung eine gut funktionierende Notfallorganisation, die ständig weiterentwickelt wird.

Gute Schulung für einen besseren Schlaf

Ein ausgeklügeltes Konzept genügt dabei aber nicht: «Ohne solche Übungen würde unser Notfallplan nie und nimmer gut funktionieren», ist Brunschweiler überzeugt. Zum ersten Mal haben die Sicherheitsverantwortlichen einen Notfall mit Externen von Feuerwehr und Presse geübt. Die Feuerwehr Wittenbach-­Häggenschwil rückte mit einer Alarmgruppe und einem Tanklöschfahrzeug aus. «Im Normalfall stehen natürlich mehr Einsatzkräfte im Einsatz», sagt Brunsch­weiler. Und so kam es auch, dass die Reporter Zugang zur Unfallstelle hatten. Ein Foto von Feuerwehrleuten, die gegen Rauch und Feuer kämpfen und womöglich auf Verletzte stossen, gibt es in der Regel nicht. «Ein Punkt, den wir bei der Auswertung ansprechen», sagt Henry Brunschweiler. Eigentlich sollten die Einsatzkräfte rasch eine Sperrzone einrichten und Neugierige und Reporter abschirmen.

Einen anderen Fehler nimmt Brunschweiler auf die eigene Kappe. Die Helfer mit den Leuchtwesten hätten den Notfallstab nicht zur Evakuation anweisen sollen. Es sei nicht nötig gewesen, dass der Notfallstab seinen vorgesehenen Standort verlässt. «Ich werde das organisatorisch anpassen», nimmt sich Brunschweiler vor.

Von Gesetzes wegen müsste die Spühl GmbH solche Übungen nicht durchziehen. «Es wird ­lediglich empfohlen», sagt Brunsch­weiler. Doch er nimmt die ganze Sache ernst, er strebt die bestmögliche Notfallorganisation an. Sollte es einmal einen Brandfall, einen Stromausfall oder sonst einen Ernstfall geben, dürfte allen klar sein, was zu tun ist. Darauf kann Brunschweiler nun zählen. Und das beruhigt ihn. «Zu wissen, dass wir für den Notfall gewappnet sind, lässt mich ruhiger schlafen.»

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