«Notfall» in Platznot

Der Ausserrhoder Kantonsrat befindet am 21. Februar über den Kauf eines Nachbarhauses des Spitals Heiden. Der Kauf könnte Auslöser werden für eine grosse Raumrochade.

Guido Berlinger-Bolt
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Heiden. Im kantonalen Spital Heiden herrscht Platzmangel. Um nicht zu sagen Platznot. Raumbedarf haben die Bereiche Notfall, Ambulatorium, Diagnostik und die den Operationsräumen vorgelagerten Räume. Daneben braucht es im Spital Heiden auch mehr Platz für Arbeits-, Untersuchungs- und Behandlungszimmer. Denn seit 2008 steigt die Zahl der Patienten in der Chirurgie überdurchschnittlich und die Notfallabteilung hat an Bedeutung gewonnen. In den vergangenen Jahren wurden dafür immer wieder Patientenzimmer umgenutzt. Mit Sicherheit keine langfristige Lösung. Hinzu kommt, dass mittlerweile auch die Arbeitsorganisation unter der notgedrungenen Verstreutheit leidet.

Hauskauf als erster Schritt

Verschiedene Lösungen, die Platznot zu beheben, wurden in Heiden diskutiert – darunter ein Anbau ans Spitalgebäude. Nun hat sich aber eine ganz andere Möglichkeit ergeben: Der Kanton kann die Nachbarliegenschaft an der Asylstrasse 4 kaufen. Kostenpunkt: 1,6 Millionen Franken. Damit erwischt er mit einem Schlag gleich mehrere Fliegen – löst indessen auch Mehrinvestitionen aus. Denn mit dem Kauf einer Nachbarliegenschaft ist freilich erst der erste Schritt getan.

Die Vorlage, über die sich am 21. Februar die Kantonsrätinnen und -räte in erster Lesung beugen werden, trägt den Titel «Kauf- und Ausführungskredit für die Verbesserung des Ambulatoriums im Spital Heiden».

Das Projekt im Überblick

• Haus Asylstrasse 4: Hier erhält das Spital neue Büroräume. Der Bürobedarf für Spitalleitung, Hotellerie, Pflegedienstleistung und Buchhaltung wird ins «neue» Haus umziehen. Zusätzlich werden 14 Parkplätze geschaffen.

• Dunant-Haus: Nach dem Umzug soll das Dunant-Haus neu zur Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten für Sprechstunden der Chefärzte werden; ebenso werden hierher die Sprechzimmer der Kaderärztinnen und Therapeuten verlegt.

• Erdgeschoss Spital: Das Projekt sieht Änderungen im Spitalgebäude vor. Die mit dem Umzug der Chefarztbüros und der Untersuchungsräume frei gewordenen Zimmer im Erdgeschoss werden für die Bereiche Notfall und Röntgen umgenutzt.

• Sterilisation: Für die Lieferungen aus Herisau, wo neu Instrumente für das Spital Heiden sterilisiert werden, soll im Erdgeschoss ein neuer Zugang gebaut werden und ein Depot für die medizinischen Gerätschaften.

Die oben aufgezählten Eingriffe leisten vorab eines: Sie optimieren die Abläufe des Spitalbetriebs. Daneben entsteht im Hauptgebäude der dringend nötige Platz für die Verbesserungen des Ambulatoriums.

«Der Kauf der Nachbarliegenschaft ist jeder Alternative vorzuziehen», schreibt der Ausserrhoder Regierungsrat in einer Botschaft an den Kantonsrat.

Kredit über 2,15 Mio. Franken

Die Verbesserung des Ambulatoriums in Heiden kostet 3,1 Millionen Franken; darin enthalten sind der Kauf der Liegenschaft Asylstrasse 4 (1,6 Mio. Franken) und die nötigen Umbauten (750 000 Franken), die Umbauarbeiten im Dunant-Haus (150 000 Franken) und die Umbauarbeiten im Hauptgebäude (600 000 Franken).

Die Investitionen ins Dunant-Haus und ins Spitalgebäude gelten als gebundene Ausgaben; die Zuständigkeit für diese 750 000 Franken liegen gemäss Kantonsverfassung bei der Regierung. Kauf und Umbau der Liegenschaft Asylstrasse 4 hingegen gelten als nichtgebundene Ausgaben; nach Abzug eines Planungskredits über 200 000 Franken, der bereits im August 2009 bewilligt wurde, verbleibt ein Kredit von 2,15 Mio. Franken, über den das Volk abstimmen muss.

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