NOSTALGIE: Mit «Calypso» auf Zeitreise

Die erste Historische Chilbi in St. Gallen startet morgen Donnerstag. Höhepunkte sind die über 50 Jahre alte «Calypso» und die Geisterbahn aus den 1980er-Jahren.

Christoph Renn
Merken
Drucken
Teilen
Die «Calypso» aus dem Jahre 1963 wurde originalgetreu restauriert. (Bild: Urs Bucher)

Die «Calypso» aus dem Jahre 1963 wurde originalgetreu restauriert. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Eine Chilbi, wie sie früher einmal war. Das ist das Ziel der Organisatoren der Historischen Chilbi in der südlichen Altstadt. Hinter dem Projekt steht der St. Galler Fernsehmoderator Beat Antenen. Morgen Donnerstag, 11 Uhr, beginnt sie. Seit dem Pfingstwochenende laufen die Aufbauarbeiten: «Alleine für den Aufbau der Geisterbahn, die früher auf dem Wiener Prater stand, haben wir fast fünf Tage gebraucht», sagt Paul Läuppi, Schausteller und Besitzer der Calypso. Für seine Bahn aus dem Jahr 1963 sei es eine lang erhoffte Rückkehr nach St. Gallen. «Letztmals lief sie hier vor 30 Jahren.»

Die Innenstadt beleben

Den Wunsch, in St. Gallen eine Historische Chilbi zu organisieren, hegen Antenen und Läuppi nun seit bald fünf Jahren. Vor einem Jahr stieg Walter Schweizer, Leiter Gewerbepolizei und Präsident der für die Chilbi gegründeten Interessengemeinschaft, mit ins Boot (seihe Zweittext). «Mit der südlichen Altstadt, vom Gallusplatz bis zur St. Laurenzen, haben wir den optimalen Ort für die erste Historische Chilbi», sagt er. Der einzige Jahrmarkt dieser Sorte ist er jedoch nicht: Die Schwendener Chölbi in Appenzell Innerrhoden, erinnert seit 1972 an vergangene Zeiten, jedoch im kleineren Rahmen. Verpflegungsstände wird es an der Nostalgiechilbi in St. Gallen nicht geben. «Dies haben wir bewusst so entschieden», sagt Walter Schweizer. «Wir wollen die historischen Bahnen an diesen Tagen in das Zentrum stellen.»

Mit der Historischen Chilbi soll die Innenstadt belebt werden. Vor allem Familien wollen die Organisatoren ansprechen. Deshalb seien auch die Preise moderat. «Natürlich können wir nicht Eintrittspreise wie vor 50 Jahren verlangen», sagt Paul Läuppi. Eine Fahrt mit der Calypso oder der Geisterbahn kostet vier Franken. «Die IG ist nicht profitorientiert», sagt Schweizer. Eine schwarze Null sollte am Ende aber resultieren.

Hochradfahrer fahren durch die Gassen

Neben den grösseren Bahnen präsentieren die Veranstalter einen Drehorgelspieler, der passende Musik auf den Platz bringen soll. Zudem fahren am Samstag Hochradfahrer durch die Gassen der Innenstadt. «Und beim Kinderkarussell oder bei der Schiffsschaukel werden bei vielen Erinnerungen wach werden», sagt Läuppi. Das ganze Programm wollen die Organisatoren nicht verraten. «Es warten noch einige Überraschungen auf die Besucher», sagt Schweizer.

Die Nostalgiechilbi ist ein partnerschaftliches Projekt von Privaten und der Öffentlichen Hand. Stadt, Pro City, Gewerbepolizei und die Klosterviertelgesellschaft sind in der eigens gegründeten Interessengemeinschaft Historische Chilbi vertreten. Die Historische Chilbi dauert bis Sonntag. Die Bahnen laufen jeweils von 11 bis 22 Uhr, ausser am Sonntag, dann ist bereits um 17 Uhr Schluss. Bevor die Chilbi morgen Donnerstag startet, segnet sie ein Schaustellerpfarrer.