Nochmals über den Standort des Alterszentrums nachdenken

Leserbrief

Helena Keller
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In einer Lesermeinung von Mitte November werden alle andersdenkenden Bürger «aufgefordert», auf weitere verhindernde Aktivitäten, betreffend der Altersresidenz Andreaszentrum Gossau zu verzichten. Sind das Drohungen? Ich glaube, da wurde ganz vieles missverstanden. Bei der Abstimmung vom März 2013, sind wohl doch viele Bürger über den Tisch gezogen worden. Wenn die hohen Kosten von circa 40 Millionen Franken schon publik gewesen wären, wäre die Abstimmung wohl anders ausgegangen. Und bei genauem Hinhören im Espel, in der Schwalbe, in der Stadtbevölkerung, auch ausserhalb, haben’s viele nicht verstanden, und fast keiner will in diese Altersresidenz im Stadtzentrum ziehen. Die traumhafte Aussicht von der Schwalbe und die saubere Luft und die naturverbundene Gegend im Espel will niemand gegen die stickige und jetzt schon im Verkehr erstickende Stadt tauschen. Weder Bewohner der Heime, noch Angestellte trauen sich öffentlich zu reden. Hier gehts doch darum, möglichst viel Geld zu verpulvern, wenns auch billiger machbar wäre. Warum diesen Klotz in die Stadtmitte setzen, ohne genügend Parkmöglichkeiten, ohne Verkehrskonzept. Und was passiert am traditionellen Chläusler und am Maimarkt? Alle Zufahrten von und zum Heim sperren? Alles wäre mittendrin samt Lärm bis tief in die Nacht. Das kann kein normal denkender Mensch nachvollziehen. Die vielen Millionen, die bei einem Konzept im Espel eingespart würden, könnten wohl gut anderweitig gebraucht werden. Bevor diese Residenz an ausgerechnet diesem Standort realisiert werden soll, müsste zuerst mal unsere langsam kollabierende Verkehrslage in der Stadt bearbeitet werden. Im Espel wäre all das kein Problem, viele Parkplätze, genügend Land (Umzonung ist gemäss Kennern kein Problem, da ja alles der Stadt Gossau gehört) Infrastruktur leicht zu verwirklichen. Diese geplante Stadtresidenz würde niemanden glücklich machen. Wir haben schon fast alle Heime in der Stadtmitte. Es geht doch nicht darum allen Steine in den Weg zu werfen, sondern nochmals darüber nachzudenken und zu reden, was denn das Beste für alle sein könnte. Vielleicht auch mal die direkt Betroffenen einbeziehen.

Helena Keller

St. Gallerstrasse 211, 9200 Gossau