Noch ein Vorschlag

Wohin mit den Extramillionen? Ausgabe vom Dienstag, 3. Februar 2015

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Zur Verwendung des unerwarteten Geldsegens für die Gemeinden waren im Artikel schon einige Vorschläge erwähnt. Es werden sicher noch mehr dazukommen, und es wird wieder ein Interessen-Seilziehen stattfinden, wie man es ja kennt. Und dann wird irgendwo ein Stückchen Autobahnanschluss gebaut, hier eine Schule mit neuen Computern ausgerüstet, da eine Turnhalle renoviert – und weg ist er, der Segen, ohne dass man wirklich etwas davon merkt.

Ich schreibe diese Zeilen und schaue in die Schneelandschaft; es dürfte gern ein bisschen mehr Schnee sein und etwas kälter werden, damit er lange liegen bleibt und die Kinder Freude daran haben. – Und dann denke ich an die Flüchtlingslager in Syrien: Dort ist es jetzt viel kälter, die Menschen leben in ungeheizten Zelten, und die Kinder bauen keinen Schneemann, geschwächt, wie sie sind. Viele haben nicht einmal Schuhe, manche sind schon erfroren. Und wir wissen das.

Ich kann mir keine St. Galler Familie vorstellen, die ein Kind in ihrem Garten erfrieren lassen würde. Hingegen viele, für die auch eine grosse Entfernung kein Grund wäre, das zuzulassen. Wenn jede Gemeinde das Geld dafür einsetzen würde, eine (nur eine!) von diesen Familien aufzunehmen, wären schon viele Menschen gerettet.

Und St. Gallen wäre wieder einmal Spitze, denn wo sonst gäbe es so viele Gemeinden, deren Horizont über die Kantonsgrenze hinausreicht und die allen zeigen, was tatsächlich geht, wenn man es will!

Und warum sollte man es nicht wollen, wenn man dabei nur Dinge «verliert», die man unter normalen Umständen gar nicht bekommen hätte? Und etwas realisiert, worauf man wirklich stolz sein könnte?

Judith Vuillemin, Gallusstrasse 6,

9323 Steinach

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