NLB-ABSTIEG: Der Himmel auf den Kopf gefallen

Die Frauen des FC Staad verlieren gegen Yverdon 0:1 (0:0). Damit steigen sie nach acht Jahren in der Nationalliga A ab. Die Enttäuschung auf dem Bützel ist riesig.

Yves Solenthaler
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Hannah Oberdorfer (am Ball) und ihren Staader Kolleginnen stand am Samstag stets eine Yverdon-Gegenspielerin im Weg. Die Seemädchen steigen nach acht Jahren in der NLA in die zweithöchste Spielklasse ab. (Bild: Yves Solenthaler)

Hannah Oberdorfer (am Ball) und ihren Staader Kolleginnen stand am Samstag stets eine Yverdon-Gegenspielerin im Weg. Die Seemädchen steigen nach acht Jahren in der NLA in die zweithöchste Spielklasse ab. (Bild: Yves Solenthaler)

Yves Solenthaler

Die Frauen des FC Staad ver­gleichen sich in ihrem jahrelangen Kampf gegen Grossclubs ­gerne mit dem gallischen Dorf des Comic-Zeichners Albert Uder­zo. Dessen Anführer Majestix fürchtet sich vor nichts, ausser dass ihm und seinen Untertanen der Himmel auf den Kopf fällt. Asterix und Obelix hatten in ihrem Kampf gegen das römische Reich freilich nicht so etwas wie eine Ligareduktion zu gewärtigen.

Nur weil die NLA auf kommende Saison von zehn auf acht Teams verkleinert wird, ist dem FC Staad nun der Himmel auf den Kopf gefallen. Denn der achte Rang nach der Qualifikation hätte in den letzten Jahren für die Finalrunde und somit den vorzeitigen Ligaerhalt gereicht.

«In der Auf-/Abstiegsrunde ist alles gegen uns gelaufen»

Viele Spielerinnen weinten nach der unglücklichen Niederlage gegen Yverdon. Auch Trainer Martin Hirt hatte Tränen in den Augen, als er mit dem Schicksal haderte: «Gegen Yverdon ist wie in der gesamten Auf-/Abstiegsrunde alles gegen uns gelaufen.» Er zählte etwas gar grosszügig «mehrere hundertprozentige Chancen» für seine Spielerinnen, und verriet, was er ihnen un­mittelbar nach dem Spiel sagte: «Nun zeigen wir in den letzten zwei Spielen der Auf-/Abstiegsrunde, was wir können. Das ist keine Bitte, sondern ein Befehl.»

Gegen Yverdon hatten die Seemädchen erst nach der Pause gezeigt, dass sie die Qualität haben, um in der höchsten Spielklasse bestehen zu können. Die einzig wirklich gute Chance in der ersten Halbzeit hatte Jessica Schärer: Sie fand in der 18. Minute auf der linken Seite eine freie Bahn vor, zog nach innen, setzte den Ball aber neben das Gehäuse. Aussichtsreich war allenfalls noch eine Szene kurz vor der ­Pause, als Rebekka Thoma eine Hereingabe von links knapp verpasste. Yverdon hatte indes gar keine wirkliche Chance, nur nach knapp zehn Minuten musste sich Staads Torhüterin Daniela Hutter bei einem gefährlichen Distanzschuss einmal strecken.

In der zweiten Halbzeit brachte die eingewechselte Helen Haavik viel Schwung ins Angriffsspiel, allerdings agierte die Norwegerin oft überhastet. Die beste Chance des ganzen Spiels hatte in der 60. Minute Claudia Stilz auf dem Fuss; sie setzte sich nach einem weiten Pass im Laufduell durch, scheiterte aber allein vor dem Tor an Yverdons Keeperin Estelle Zurkinden. Zwei Minuten später wehrte die welsche Torhüterin einen Schuss Haaviks nach einem Eckball gekonnt ab.

Ausgerechnet in dieser Druckphase des Heimteams gelang den Gästen das Führungstor: In der 67. Minute setzte sich Zafirah Nkamo rechts an der Grundlinie mit viel Körpereinsatz durch und die in der Mitte freigespielte ­Qendresa Krasniqi konnte unbedrängt einschiessen.

Dieses Gegentor machte den Staaderinnen sichtlich zu schaffen. Nun hätten sie zwei Treffer gebraucht, um im Abstiegskampf noch mehr als minimale Chancen zu haben. Es dauerte etwa 15 Minuten, ehe die Seemädchen zur Schlussoffensive ansetzten. Ein knapp am Tor vorbeifliegender Freistoss Stilz’ war die Initialzündung. Danach stand bei vielen, zunehmend verzweifelten Schüssen der Gastgeberinnen stets die vielbeinige Abwehr der Romandes im Weg.

Majestix würde sagen: «Es ist nicht aller Tage Abend»

Majestix und seinen Galliern ist nie der Himmel auf den Kopf gefallen. Aber bei Hiobsbotschaften pflegte der Häuptling stets zu ­sagen: «Es ist nicht aller Tage Abend.» Auf den Staader Sportplatz Bützel übersetzt heisst das, auch wenn sich am Samstag niemand so deutlich zitieren liess: «Der gallische Verein kann auch wieder aufsteigen.»

Auf-/Abstieg NLA/NLB

Staad – Yverdon 0:1 (0:0)

Bützel – 200 Zuschauer – SR: Islamaj.

Tor: 67. Krasniqi 0:1.

Staad: Hutter; Oberdorfer (85. Beck), Böni, Hendrix, A. Thoma; R. Thoma, Peter, Trzaskowski, Schärer (76. Rhiner); Stilz, Sallmann (46. Haavik).

Weitere Resultate: Derendingen – Aarau 2:3, Worb – Grasshoppers 3:4.

1. Grasshoppers 3 3 0 0 9: 4 9

2. Yverdon 3 2 1 0 4: 0 7

3. Aarau 3 2 0 1 7: 5 6

4. Staad 3 0 1 2 3: 6 1

5. Worb 3 0 1 2 3: 6 1

6. Derendingen 3 0 1 2 2: 6 1

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