NIEDERLAGE: Zwölf Minuten ohne Torerfolg

Der SV Fides überzeugt in seinem dritten 1.-Liga-Meisterschaftsspiel nicht. Das Ostschweizer Derby verlieren die St. Galler gegen den HSC Kreuzlingen deutlich mit 18:26.

Fritz Bischoff
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Jeremias Ryser vom SV Fides (links) setzt zum Wurf an. (Bild: Michel Canonica)

Jeremias Ryser vom SV Fides (links) setzt zum Wurf an. (Bild: Michel Canonica)

Fritz Bischoff

sport@tagblatt.ch

«Der HSC Kreuzlingen war heute ganz einfach besser und hat verdient gewonnen.» Auf diesen einfachen Nenner brachte Lukas Linde die deutliche 18:26-Niederlage seines SV Fides gegen den neuen Gruppen-Leader HSC Kreuzlingen. Der 21-jährige, der an der Fachhochschule Wirtschaft studiert, nahm sich selber trotz seiner vier Treffer nicht aus der Kritik. «Ich selber, aber auch wir als Team, haben viel zu wenig Druck auf das gegnerische Tor entwickelt, und in der Defensive standen wir zu wenig kompakt», sagte er. Dies waren denn auch die wesentlichen Unterschiede im Vergleich zum Gegner.

Die Thurgauer packten in der Verteidigung kräftig zu und erzwangen damit schon früh die Vorentscheidung. Bis zum 7:9 nach 17 Minuten verlief das Geschehen ausgeglichen. Dann aber erzielten die St. Galler während rund zwölf Minuten im Gegensatz zu den Kreuzlingern kei- nen Treffer mehr und es stand 7:13.

Zu starker Gästetorhüter

Viel zu diesem Umschwung hatte auch der Gästetorhüter, der 25-jährige und knapp zwei Meter grosse Beco Perazic mit einer Abwehrquote von über 50 Prozent beigetragen. Er spielte so stark, dass der zweite Torhüter, Holger Hug, der in der vergangenen Saison in der NLA bei Fortitudo Gossau gespielt hatte, nicht zum Einsatz kam. «Wenn er so stark spielt, braucht es mich nicht. Mein Ziel ist es, aus ihm einen Klassetorwart zu formen», meinte der Deutsche. Von solchen Luxusproblemen kann der SV Fides nur träumen. Einerseits agierten die beiden Torhüter Lukas Buff und Matthias Oertig solide, aber nicht überragend, anderseits ist das gesamte Kader doch eher knapp bemessen. Es fehlt auch an einer starken und eingespielten Stammformation, wie sie etwa Kreuzlingen besitzt. Bis in die Anfangsphase der zweiten Halbzeit und der 19:8-Führung gab es ganz im Gegensatz zum Heimteam kaum eine Auswechslung.

Die Abstimmungen und Automatismen passten zusammen, womit auch die Fehlerzahl klein gehalten werden konnte. Der SV Fides dagegen wirkte nicht selten verunsichert und war vor allem sehr fehlerhaft. 18 Angriffe endeten mit einem Fehler. Unbefriedigend war auch die Defensivarbeit. Insbesondere die Absprachen bezüglich des gegnerischen Kreisspielers stimmten nicht. Aus dieser Position erzielte Kreuzlingen rund ein Dutzend seiner Tore. «Für uns war es aus dem druckvollen Rückraum heraus recht einfach, unseren Kreisspieler in gute Abschlusspositionen zu bringen», sagte der frühere Gossaur Valon Dedaj. Seine spielerischen Ideen und sein Tordruck hätten auch Fides gut angestanden. Die Offensive des Heimteams war zu sehr in die Breite, denn in die Tiefe angelegt. Die gefährlichen Schützen aus dem Rückraum fehlten.

Der Start der St. Galler in die Meisterschaft ist mit einem Sieg und einer Niederlage zwiespältig ausgefallen. Das doch eher kleine Team von Spielertrainer Alex Usik scheint sich noch nicht optimal gefunden zu haben.