Nie wieder faule Tomaten

Der Goldacher Fritz Füllemann züchtet Tomaten und Peperoni in seinem Garten. Jahrelang plagte er sich mit der Fruchtfäule herum. Nun hat er sie besiegt. Sogar Experten des Botanischen Gartens wurden deswegen auf ihn aufmerksam.

Damian Zellweger
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Prächtig: Fritz Füllemann erfreut sich an seinen gesunden Tomaten. Trotz brauner Triebe zu Beginn, haben sich die Pflanzen gut entwickelt. (Bilder: Damian Zellweger/ Fritz Füllemann)

Prächtig: Fritz Füllemann erfreut sich an seinen gesunden Tomaten. Trotz brauner Triebe zu Beginn, haben sich die Pflanzen gut entwickelt. (Bilder: Damian Zellweger/ Fritz Füllemann)

Goldach. Stolz blickt Fritz Füllemann auf seinen Garten. Grosse, rote, gesunde Tomaten prägen das Bild. Dies war nicht immer so. «In den vergangenen Jahren plagte uns die Kraut- und Fruchtfäule», erklärt Füllemann, «Wir mussten immer Dutzende Tomaten wegwerfen. Gängige Mittel wie Kupfer oder Schwefel halfen nicht gegen die Krankheit.»

Jetzt hat der Goldacher mit dem Pflanzenschutzmittel Gesal Consento endlich ein Gegenmittel gefunden. Da das Produkt auf chemischer Basis beruht, war der Naturfreund zu Beginn eher skeptisch. «Ich glaubte nicht, dass dieses Mittel funktionieren kann. Aber ich wurde neugierig und habe es ausprobiert.» Mit Erfolg. Obwohl die Tomaten bereits wieder schwarze Triebe hatten, musste Fritz Füllemann in dieser Saison keine einzige faule Tomate pflücken und wegwerfen.

Hilfe durch Brennnesseln

Auch andere Faktoren trugen ihren Teil zur guten Entwicklung der Tomaten bei. «Das Wetter in diesem Jahr war für die Badis zwar ein Fluch, für meinen Garten aber ideal», sagt Füllemann. Ausserdem kann er auf seine Erfahrung zählen und kennt einige Kniffs und Tricks. «Bevor ich meine Tomaten setze, grabe ich Löcher in die Erde und fülle diese mit Gras oder Brennnesseln.» Mit Erde zugeschüttet, bietet dies einen idealen Platz für die Pflanze. Gegen eines ist aber auch in Füllemanns Garten kein Kraut gewachsen. «Schnecken lassen sich nur durch Schneckenkörner abschrecken, da hilft alles nichts.»

Dank Tochter ein Naturfreund

Fritz Füllemann züchtet seine Tomaten selber. Basler Röteli, Ochsenherz, Walliser und viele andere Sorten zieren seinen Garten. Neu hat er auch eine Peperoni von der griechischen Insel Samos in sein Sortiment aufgenommen. «Die sind mir im Hotel wegen ihrer kräftigen roten Farbe aufgefallen», erklärt er, «Ich wollte eine Frucht nach Hause nehmen, wagte es aber nicht, sie abzuschneiden.» Eine Hotelangestellte nahm dem Goldacher die Entscheidung ab und schenkte ihm ein Exemplar. Die Samen der Pflanze bilden nun die Basis für seine «Samos-Ecke».

Schon als Kind war Fritz Füllemann von der Natur begeistert. Eine Passion dafür entwickelte der gelernte Lokführer aber erst viel später – dank seiner Tochter. «Im Lehrerseminar musste sie die Lebensvielfalt in einem Bach untersuchen und hat dabei die Entwicklung von Eintagsfliegenlarven fotografiert und dokumentiert», erinnert sich Füllemann, «Ich gab ihr versehentlich eine Kamera ohne Film. Die ganze Arbeit war umsonst.» Als Vater sei er zur Hilfe geeilt und hätte mit ihr ein neues Projekt aufgezogen. Eine Leidenschaft war geboren.

Besuch vom Botanischen Garten

Diese Leidenschaft hat den 81-Jährigen so weit gebracht, dass er das Biotop Schuppis in Goldach gestaltete und baute, Führungen durch selbiges organisierte und in Fachkreisen nun einen guten Ruf geniesst. Dies führte auch dazu, dass sich die Erholung seiner Tomaten schnell herumsprach. «Viele Leute sind schon vorbeigekommen, um meine gesunden Tomaten zu bestaunen und sich über meine Methode zu informieren, darunter sogar Experten vom Botanischen Garten.» Stolz erzählt er diesen dann von seiner Entdeckung und macht sich sofort wieder daran, sein Gemüse zu hegen und zu pflegen.

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