Nichts, aber auch gar nichts ist sicher

«In Goldach sind die Dinos los», 22.8.2013

Merken
Drucken
Teilen

«In Goldach sind die Dinos los», 22.8.2013

Das vielleicht bekannteste Memento mori des Menschen ist der Totenkopf, das Symbol unserer biologischen Endlichkeit. Erst mit dem Akzeptieren dieser Tatsache gewinnt die Kategorie der Zeit seine Bedeutung. Ohne das Memento mori gäbe es kein carpe diem, ein «nutze den Tag, pflücke die Stunde!». Das Kostbarste ist unsere Lebenszeit. Müsste ich als Mensch für die Evolution ein Memento mori auswählen, würde meine Wahl auf den Dinosaurier fallen. Die Saurier bevölkerten die Erde vor ca. 205 Millionen Jahren bis etwa 65 Millionen Jahre unserer Zeitrechnung. Ihre Variabilität und Flexibilität muss einzigartig gewesen sein, von Kleinformen bis zu Riesenformen von über 40 Metern. Sie beherrschten einen unwahrscheinlich langen Zeitraum dieser Erde. Und doch vor ca. 65 Millionen Jahren sind sie ausgestorben. Warum, ist bis heute noch nicht ganz geklärt, von Ernährungsfehlern bis zu Meteoriteneinschlag oder beides. Was können wir Homo sapiens vom Dinosaurier lernen? Erstens aus evolutionsbiologischer (Zeit-) Sicht sind wir als Spezies noch ein «Kleinkind». Uns gibt es ca. 3 Millionen Jahre, und wir müssen uns sehr anstrengen, wenigstens mit den Dinos gleichzuziehen. Doch die für mich wichtigste Erkenntnis ist die, dass nichts, aber auch gar nichts sicher ist in der Evolution und selbst auf den ersten Blick unbesiegbare Arten nicht vor dem Aussterben gefeit sind.

Raffaele F. Schacher

Blumeneggstrasse 52, Goldach

FDP ist übervertreten

Bei den letzten Nationalratswahlen hatten die Parteien in Horn die folgenden Wähleranteile: SVP 38%, CVP 15%, FDP 13% und SP 11%. Das ergäbe folgende Verteilung der Gemeinderatssitze: zwei für die SVP und je einen für die übrigen Parteien. Wie setzt sich der Gemeinderat Horn heute zusammen? 2 FDP (Thomas Fehr und Nicole Josuran), 1 SVP (Niels Möller), 1 CVP (Marco Förster) und 1 Parteiloser (Peter Hürsch). Die FDP ist bereits heute übervertreten und stellt nun mit Michael Glanzmann, einem Bankenvertreter, noch einen dritten Kandidaten. Will die FDP gar die Mehrheit im Gemeinderat Horn? Wollen wir dies? Nein. Ich wähle deshalb Beda Fischer, Treuhänder und überzeugter Vertreter des Mittelstandes, damit alle Bevölkerungsschichten im Gemeinderat Horn dem Wähleranteil entsprechend vertreten sind.

Pius Bischoff

Aachstrasse 4, Horn

Die Kleinen sind nicht so wichtig

«Eine grüne Wiese fürs Spital»,

28.8.2013

Gerne zitiere ich folgenden schönen Satz von Herrn Götte: Der Bus fahre jetzt schon, «dann müsste man einfach die Kadenz erhöhen». Ich erinnere mich an einige wenige Jahre zuvor, wo es darum ging, diese Haltestelle komplett aufzulösen. Dass dort drei Familien wohnten, die auf das Postauto angewiesen waren, wurde damit abgehandelt, dass es schon irgendwie gehen würde. Ja, wer die Haltestelle Waldegg kennt, weiss, dass dies wohl irgendwie gehen würde. Auch für die Kinder, die damit zur Schule fahren. Sprich: die kleinen Familien und Bürger, für die ist es nicht so wichtig; geht es aber um einen prestigeträchtigen Bau, der der Gemeinde zudem noch Geld bringt, dann wird die Kadenz gerne erhöht. Vielen Dank, Herr Götte! Da spielt es dann wohl auch keine Rolle mehr, dass die Haltestelle die Gemeinde Tübach viel kostet. Herzlichst, eine ehemalige Anwohnerin.

Chantal Wolfer Löpfe

Bankgasse 3, Mörschwil

Opposition unterschlagen

«Keine Opposition gegen Hafengebäude», 28.8.2013

«Keine Opposition» – so titelt die Autorin ihren Bericht über den Bürgerapéro zum Hafengebäude. Von wegen! Die Tagblatt-Redaktorin unterschlägt, dass die SP Rorschach Stadt am See ihre Vorbehalte gegen das Projekt sehr wohl deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Und zwar, weil das geplante Gebäude die wunderbare Piazza Grande allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz erheblich verkleinern würde. Zum Hafenbahnhof hin würde zudem ein unnötiger Riegel geschoben, und es entstünde dort erneut ein Flaschenhals. Vor allem aber würde mit diesem Neubau eine sinnvolle Nutzung des Kellergewölbes im Kornhaus direkt konkurrenziert. Das Wahrzeichen von Rorschach und der Imageträger unserer Stadt schlechthin wäre damit auch in Zukunft vernachlässigt und auf weitere Jahrzehnte hinaus dem Verfall anheimgegeben.

Kommt hinzu: Die Ausführungen des Stadtpräsidenten konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rorschach sich diesen millionenteuren Luxusbau gar nicht leisten kann. Auch ohne Wirtschaftssachverständiger zu sein, ist leicht auszurechnen, dass man sich mit einem Mietzins von 2000 Franken das pure Gegenteil von einem Renditeobjekt einhandelt. Rorschach müsste den Betrieb mit mehreren 10 000 Franken jährlich subventionieren. Das brauchen wir nicht. Dafür haben wir schon den Stadthof.

Brigitte Kuratli, Goldach,

für die SP Rorschach Stadt am See