«Nicht zu rechtfertigen»

Führt die Armee bald Militärparaden in St. Gallen durch? Ein junger Stadtparlamentarier sorgt sich.

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Basil Oberholzer von den Jungen Grünen thematisiert in einer Einfachen Anfrage sogenannte «Visibiliätsoffensiven» der Schweizer Armee. Solche will Armeechef André Blattmann offenbar in «grösseren Schweizer Städten» starten, wie der Stadtparlamentarier in einer Sonntagszeitung gelesen hat. Mit solchen Mitteln wolle die Armee wohl der Tatsache entgegenwirken, mutmasst Oberholzer, dass «ein immer grösserer Teil der Bevölkerung einer teuren und überdimensionierten Armee kritisch gegenübersteht».

Propaganda wie in «Diktaturen»

Die Städte sollen nun das Terrain für solche Vorführungen bieten. Unter anderen eben auch St. Gallen, was für den Stadtparlamentarier nicht zu rechtfertigen wäre, zumal in solche Werbemassnahmen der Armee auch städtische Steuergelder flössen. St. Gallen habe Besseres zu bieten. Ohnehin sei nicht abzuschätzen, was solche Propaganda in Stadtbewohnern auslöse, die aus Kriegsgebieten stammten und möglicherweise traumatisiert seien. Ausserdem erinnerten solche Paraden «stark an Propaganda in Diktaturen», so der Jungpolitiker.

Wie wird Gesuch behandelt?

Seine Frage deshalb kurz und bündig: Wie verhält sich der Stadtrat, sollte dereinst ein entsprechendes Gesuch der Armee in St. Gallen eingehen? (pd/an.)