Nicht nur des Geldes wegen

Zum Start des ökologischen Vernetzungsprojektes in Muolen versammelten sich am Dienstagabend 80 Grundeigentümer und -bewirtschafter. Die Idee, etwas für die Natur zu tun, hat an Boden gewonnen.

Fritz Heinze
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Die Ansprüche an die Bauern haben sich von der reinen Produktion weg verlagert. (Bild: Fritz Heinze)

Die Ansprüche an die Bauern haben sich von der reinen Produktion weg verlagert. (Bild: Fritz Heinze)

MUOLEN. Nachdem bereits vor Jahresfrist in Muolen eine Information über das ökologische Vernetzungsprojekt stattgefunden hatte, ging am Dienstag im Adlersaal die Startveranstaltung über die Bühne. Eine angespannte, aber interessierte und positive Stimmung beherrschte den Raum. Für das Projekt mit der Laufzeit von 2014 bis 2021 arbeiteten im Verlaufe des Jahres acht Personen unter dem Vorsitz von Gemeindepräsident Bernhard Keller in der Arbeitsgruppe Ökologische Vernetzung. Dabei erarbeiteten sie auch die Kriterien für die Beteiligung am Vernetzungsprojekt.

Hecken und Nistkästen

Das Referat von Landschaftsarchitekt Eugen Widrig zeigte die veränderten Ansprüche an die Landwirte deutlich. Es zähle nicht nur, dass produziert wird, sondern auch, wie dies geschehe. Widrig erläuterte die Gründe für eine ökologische Vernetzung: eine attraktive Landschaft für Menschen, Pflanzen und Tiere mitzugestalten, Lebensräume aufzuwerten und geographisch sinnvolle Lagen für den Ausgleich auszuscheiden. Als Mittel zur Erreichung dieser Ziele nannte der Referent unter anderem die Förderung artenreicher Hecken und die Aufwertung von Obstgärten. Weitere Themen waren auch die Einsaat von Blumen, das Rotationsschnittprinzip, das Anlegen von Amphibienlaichgewässern sowie Nisthilfen für Rauchschwalben.

In einem zweiten Teil erläuterte der landwirtschaftliche Berater Erich Frick die finanzielle Seite des Projekts. Die Kosten bis heute, für Projektarbeiten, Projektbegleitung sowie diverse Berichte, beliefen sich auf rund 61 000 Franken. Davon wird die Gemeinde Muolen 10 000 Franken beisteuern. Der Rest entfällt auf die Projektteilnehmer. Frick betonte, er habe die Rechnung auf eine vorsichtige Basis gestellt, und diese sehe für die Bewirtschafter gut aus. Letztlich müsse aber jeder Einzelne beurteilen, ob sich der Aufwand lohne.

«Freude muss vorhanden sein»

Nicht zu bestreiten sei die Tatsache, dass damit den Wünschen vieler Konsumenten entsprochen werde. Die Ausführungen von Eugen Widrig zeigten, dass hinter der ökologischen Vernetzung mehr stecke, als das in Aussicht gestellte Geld. Und für etliche Landwirte dürften auch die nicht finanziellen Aspekte zählen. Widrig unterstreicht: «Die Freude am Projekt muss vorhanden sein.» Gemeindepräsident Bernhard Keller zog eine positive Bilanz. 50 Landwirte hätten sich als potenzielle Teilnehmer zu Einzelgesprächen angemeldet. Er sei auch überzeugt davon, dass im Verlaufe dieses Jahres bei den Landwirten ein Umdenken stattgefunden und dass die Absicht, auch etwas für die Natur zu tun, an Boden gewonnen habe.

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