Nicht ganz ohne Gegenwind

Am Donnerstag informierte der Berger Gemeindepräsident über die Pläne zur Sanierung des Schulhauses. Dabei musste er sich auch kritischen Fragen stellen. Abgestimmt wird am 17. Februar.

Corinne Riedener
Drucken
Teilen
Bild: CORINNE RIEDENER

Bild: CORINNE RIEDENER

BERG SG. Fröstelnd sitzen die Bergerinnen und Berger am Donnerstagabend in der Turnhalle der Primarschule. Es ist kalt – vielen sogar zu kalt, um den Wintermantel auszuziehen. Gemeindepräsident Paul Huber überrascht dies nicht: «Vor allem die Turnhalle hat eine Sanierung bitter nötig.»

Kredit von 4,5 Millionen

Der Gemeindepräsident will an diesem Abend die letzten Fragen der Bevölkerung beantworten, denn bald wird darüber abgestimmt, ob das 37 Jahre alte Primarschulhaus für 4,5 Millionen Franken saniert und der Kindergarten integriert werden soll. Letzterer entspreche nicht mehr den Anforderungen und sei zudem ein Provisorium, sagt Schulpräsidentin Annelise Leitner. Auf der Nordseite des Schulhauses ist ein dreistöckiger Erweiterungsbau geplant, in dessen unterem Teil der neue Kindergarten Platz finden soll. Im oberen Stock entsteht ein Multifunktionsraum mit Bühne. Im Schulhaus selbst sind neu ein Mittagstisch, Multifunktionsräume sowie neue Handarbeits- und Werkräume geplant.

Das Projekt stellt Architekt Markus Bühler den Anwesenden zu Beginn der Veranstaltung vor und erläutert die geplanten Änderungen. Anschliessend richtet die Schulratspräsidentin einige Worte an die Bevölkerung. Auch sie hofft auf deren Unterstützung: «Wir müssen dringend zeitgemässe und bedarfsgerechte Möglichkeiten an unserer Schule schaffen», sagt sie. Darin sind sich Schul- und Gemeinderat einig – und wohl auch viele Bürger, die im Juni einen Projektierungskredit von gut einer halben Million klar angenommen haben.

Gutachten in Frage gestellt

Uneinig sind sich die Berger hingegen in der anschliessenden Diskussionsrunde. Nebst einigen technischen muss sich Huber auch kritischen Fragen stellen. Vor allem die Informationspolitik des Gemeinderates wird angeprangert: «Im Gutachten fehlen wichtige Informationen», bemängelt ein Anwesender. Und: Es gebe keine genaue Kostenaufteilung. Zudem fehle eine Aufstellung der Folgekosten. Weiter wollen einige wissen, welche Auswirkungen das Projekt auf das Portemonnaie der einzelnen Bürgerin, des einzelnen Bürgers haben werde. Andere fordern gar eine Verschiebung der Abstimmung. Paul Huber insistiert: «Das Gutachten ist sehr ausführlich.» Der Gemeinderat habe es vorgängig genau prüfen lassen. Abgesehen davon sei es schwierig, die Kosten zu differenzieren, da die neue Infrastruktur sowohl von schulischer als auch von öffentlicher Seite – also von Vereinen und Gruppierungen – genutzt werde. Was die Höhe des Kredits anbelange, so sei es «eine lohnende Investition in die Zukunft der Gemeinde».

Einen Plan B gibt es nicht. Lehnen die Bergerinnen und Berger die Vorlage am Sonntag, 17. Februar, ab, sei man wieder auf dem Stand null, sagte Gemeindepräsident Paul Huber.

Aktuelle Nachrichten