Nicht auf dem Buckel der Kinder sparen

«Rotmonten im Schul-Aufruhr», 10.5.2010 Das Schulamt erwägt, wie im Artikel beschrieben, die Grenzen der Schulquartiere zu verschieben, um die stark variierende Kinderzahl in den einzelnen Quartieren auszugleichen.

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«Rotmonten im Schul-Aufruhr», 10.5.2010

Das Schulamt erwägt, wie im Artikel beschrieben, die Grenzen der Schulquartiere zu verschieben, um die stark variierende Kinderzahl in den einzelnen Quartieren auszugleichen. Die künftigen 48 Erstklässler in Rotmonten werden auf Geheiss des Schulamtes in je eine 24er-Klasse in den Schulhäusern Rotmonten und Gerhalden eingeteilt.

Bedenkt man, dass in Zukunft weitere Kinder zuziehen, ergeben sich riesige Klassen, in denen der einzelne Schüler nicht mehr gefördert werden kann.

Uns als direkt betroffenen Eltern ist es unverständlich, dass das Schulamt der Stadt nicht bereit ist, einem Schulhaus wie Rotmonten zusätzliche Lehrpersonen und auch zusätzlichen Raum zu bewilligen. Dies unter dem Vorwand, St. Gallen verfüge über genügend Schulraum, aber nicht immer am richtigen Ort.

Zieht man in Betracht, dass der Jahrgang, welcher in drei Jahren in Rotmonten eingeschult wird, über 70 Kinder mehr als der aktuelle Jahrgang verfügt, wäre es doch nun höchste Zeit zu reagieren. Stattdessen werden Pläne erstellt, wie weit man Schulquartiersgrenzen ausweiten kann und wie die Kinder umverteilt werden können. Gedenkt die Stadt künftig gar Schulbusse für nicht notwendig lange Schulwege einzusetzen, statt einfach Lehrkräfte am richtigen Ort einzuteilen?

Was nützen gefüllte Schulzimmer über die ganze Stadt verteilt, wenn die Kinder aus den Quartieren gerissen werden, zu lange Schulwege haben und dadurch unnötigen Risiken ausgesetzt werden? Wir sind klar dafür, dass die Kinder dort zur Schule gehen können, wo sie wohnen und ihre Freunde haben. Auch wir sind übrigens fürs Sparen, aber bitte nicht auf dem Rücken der Kinder und ihrer gesunden Entwicklung.

Barbara und Jan Martel Sonnenhaldenstrasse 69 9010 St. Gallen