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NEUREGELUNG: "Verbot ist keine Lösung": Umfrage zum Streit um Kinderfotos an Gossauer Schulen

An Gossauer Schulanlässen wird klar festgelegt, wann Fotos geschossen werden dürfen. Die neue Regelung scheidet die Geister. "Für Fotos in der Schule gibt es den Schulfotografen", sagen die einen. "Heutzutage ist es normal, dass man überall fotografiert", die anderen.

Der Gossauer Schulrat erliess vor kurzem eine neue Regelung bezüglich des Fotografierens im Schulzimmer. Lehrpersonen können neu selbst festlegen, wann Eltern während Schulanlässen filmen und fotografieren dürfen und wann nicht. Dies beispielsweise mit der Vorgabe eines konkreten Zeitfensters. Auslöser dafür ist ein Fall an einer Gossauer Schule, der im letzten August passierte. Eine Mutter stellte damals das Video einer Lehrerin ohne deren Wissen auf Facebook. Braucht es in Schulen ein totales Fotoverbot oder ist das alleinige Sache der Eltern? Die Meinungen darüber gehen in Gossau auseinander.

Silvia Niederberger, 62, SRK-Pflegerin, Gossau: Dass Lehrpersonen ein Zeitfenster für das Fotografieren im Schulzimmer vorgeben, finde ich zu kompliziert. Heutzutage gibt es nun einmal die neuen Medien und mit diesen muss man lernen umzugehen. Ich denke, ein Verbot ist keine Lösung. Aber es ist klar, dass Eltern um Erlaubnis fragen müssen, bevor sie jemanden fotografieren.

Stefan Häsler, 22, Logistiker, Flawil: Ich finde es okay, wenn die Schule ein Auge darauf hat, wer wen fotografiert und welche Bilder online stellt. Ich persönlich würde nur Fotos, die keine fremden Kinder zeigen, online stellen. Eltern sollten das mit gesundem Menschenverstand selber einschätzen können. Dass man das Fotografieren generell verbietet, ist meiner Meinung nach aber übertrieben.

Ros Rigal, 16, Schülerin, Gossau: Ich finde es gerechtfertigt, dass der Gossauer Schulrat dieses Reglement erlassen hat. Ein totales Fotoverbot fände ich hingegen heikel, denn die Kinder sollte man in der Schule schon noch fotografieren dürfen. Wenn Eltern ungefragt Bilder von fremden Kindern ins Internet stellen, ist das nicht die Sache der Schule. Das sollten Betroffene unter sich klären.

Andreja Tosic, 16, Schüler, Gossau: Ein vorgegebenes Zeitfenster, in dem die Eltern ihre Kinder fotografieren können, finde ich gut. Schliesslich sollen sie ein Erinnerungsfoto haben. Für mich ist aber klar, dass ich die Erlaubnis einer Person einhole, bevor ich diese fotografiere. Meine Kollegen und ich filmen uns im Unterricht manchmal auch gegenseitig, stellen das aber nicht ins Netz.

Amidije Ziberi, 30, Bäckerin, Gossau: Heutzutage ist es normal, dass man überall fotografiert. Ein paar Fotos im Schulzimmer zu machen, finde ich nicht schlimm. Wenn die Bilder in den sozialen Netzwerken landen, muss aber etwas getan werden. Ich fotografiere meine Kinder in der Schule nur für private Zwecke. Eltern sollten meiner Meinung nach selber wissen, wann es genug ist.

Lea Lechmann, 36, Coiffeuse/Mutter, Gossau: Ich finde es gut, dass die Schule das Fotografieren teilweise regelt. Wenn man gar nicht mehr fotografieren dürfte, fände ich das übertrieben. Vielleicht reicht eine Regel, die es verbietet, fremde Kinder zu fotografieren. Mir wäre nicht wohl bei dem Gedanken, dass meine Kinder auf einem Bild im Internet auftauchen. Das lässt sich nur schwer kontrollieren.

Karl Germann, 55, Käser, Andwil: Was auf dem Schulareal passiert, ist meiner Meinung nach Sache der Lehrer. Ein komplettes Fotoverbot fände ich gut. Am ersten Schultag sollen Eltern ihre Kinder zu Hause fotografieren, wenn sie ein Bild möchten. Für Fotos in der Schule gibt es den Schulfotografen. Als meine Kinder noch zur Schule gingen, stand das gar nicht zur Diskussion.

Text: Judith Schönenberger/Bilder: Andrea Babic

Der erste Schultag ist bei Eltern ein beliebtes Fotosujet. (Bild: Getty (Symbolbild))

Der erste Schultag ist bei Eltern ein beliebtes Fotosujet. (Bild: Getty (Symbolbild))

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