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NEUGESTALTUNG: Basis für neues Herz der Altstadt gelegt

Die Resultate des Forums Marktplatz liegen vor. Sie zeigen, dass die Mehrheit der Teilnehmer die Haltestellen für den öffentlichen Verkehr auf dem Bohl belassen will. Umstritten bleibt jedoch die Frage, ob es weiterhin einen ständigen Markt braucht.
David Gadze
Dank der Partizipation Direktbetroffener soll die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt nun gelingen. (Bild: Urs Bucher)

Dank der Partizipation Direktbetroffener soll die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt nun gelingen. (Bild: Urs Bucher)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Die Basis für einen neuen Anlauf zur Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt ist gelegt. Gestern hat die Stadt die Auswertung des Forums Marktplatz veröffentlicht, an dem über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Anspruchsgruppen mitgemacht haben. An den beiden Foren von Ende Januar und Ende April haben die Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Parteien, des Gewerbes, aus der Bevölkerung und Grundeigentümer verschiedene Aspekte, die bei der Neugestaltung des Herzens der St. Galler Altstadt eine zentrale Rolle spielen, diskutiert und nach Lösungen gesucht.

Die nun vorliegenden Ergebnisse lassen die Stossrichtung für die Neugestaltung erkennen. Die meisten davon bestätigen die Tendenzen, die sich bereits nach dem ersten Forum herauskristallisiert hatten. Noch gibt es allerdings verschiedene offene und umstrittene Punkte, die in den kommenden Wochen und Monaten geklärt werden müssen.

ÖV-Haltestelle soll auf dem Bohl bleiben

Im Forum Marktplatz habe sich gezeigt, dass die Haltestellen für den öffentlichen Verkehr auf dem Bohl richtig platziert seien, heisst es in der Auswertung. Einzig die Gruppe der Mobilitätsverbände, der unter anderem die VBSG, die Postauto AG und die Appenzeller Bahnen angehörten, habe diese Aussage «eher verneint». Fachpersonen des öffentlichen Verkehrs sehen darin Schwierigkeiten wegen Rückstaus in den Knoten Brühltor. Auch ein Aufteilen der Haltestellen – stadteinwärts auf Höhe Marktplatz, stadtauswärts am bestehenden Ort am Bohl – wurde von keiner der Gruppen befürwortet.

Offen ist allerdings, was das für die Zukunft der Calatrava-Halle bedeutet (siehe Zweittext). Denn eine grosse Mehrheit der Gruppen hat sich dafür ausgesprochen, dass die 1996 eingeweihte Wartehalle abgebrochen werden kann. Dieser Entscheid müsse jedoch vom Standort der ÖV-Haltestellen abhängig gemacht werden. Ein Abbruch werde nur befürwortet, wenn er sich aus Sicht der ÖV-Nutzung und der Haltestellenanordnung als sinnvoll erweise oder wenn «ein Gesamtkonzept einen deutlich besseren Umgang mit der Haltestellenüberdachung nachweist», als es die Calatrava-Halle heute leiste.

Ständiger Markt in Frage gestellt

Ein weiterer Knackpunkt bei der Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt ist die Frage, ob der ständige Markt bleiben soll oder nicht. Auch das Forum Marktplatz lieferte darauf keine eindeutigen Antworten. Zwar ist unbestritten, dass der Marktplatz auch weiterhin der Standort für Märkte bleiben soll und diese bei der Neugestaltung eingeplant werden müssen. «Der Marktplatz als zentraler Ort der Innenstadt soll auch künftig von Marktnutzungen geprägt sein», sagt Stadtplaner Florian Kessler. Die derzeitige Kombination von ständigem Markt mit fixen Markthäuschen und regelmässig stattfindenden Märkten mit mobilen Ständen sei jedoch nicht die richtige Marktform, heisst es in der Auswertung klar. Die regelmässigen Märkte seien wichtiger. «Viele Teilnehmer, nicht nur die Markthändler, finden jedoch, dass der ständige Markt das Gebiet belebt», sagt Kessler. Einige Gruppen am Forum vertraten gemäss Auswertung die Meinung, dass ein ständiger Markt, sofern es ihn denn künftig noch gebe, überdacht sein müsse respektive in bestehende Bauten zu integrieren sei. Als mögliche Standorte wurden das Erdgeschoss des Waaghauses und das Parterre der Acrevis-Bank genannt. Diese hat erst vor einem Jahr ihre Schalterhalle erneuert. Unter anderem aus diesem Grund sei ein Markt dort momentan kein Thema, sagt Kessler. Ebenso wenig eine Überdachung des Blumenmarkts.

Die Zukunft der Rondelle scheint hingegen gesichert. Die Teilnehmer des Forums Marktplatz sprachen sich grossmehrheitlich für ihren Erhalt aus. Einzig die Gruppen der Grundeigentümer (einstimmig) sowie der Gewerbe- und Wirtschaftsverbände vertraten die Meinung, dass sie abgerissen werden soll. Gewünscht wird aber eine Verbesserung der Ausstrahlung und des Nutzens der Rondelle als Treffpunkt sowie «für den Betrieb des Platzes und der Märkte». Deshalb wird auch angeregt, in einem Gestaltungsprojekt zu prüfen, ob sie am jetzigen Standort bleiben oder allenfalls verschoben werden soll. Stadtplaner Florian Kessler betont die Wichtigkeit eines solchen Baus in seiner Funktion, die Plätze zu gliedern und als Scharnier zwischen Marktplatz und Bohl zu wirken. «Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Rondelle noch Potenzial hat.»

«Ein repräsentativer und grosszügiger Ort»

Einig waren sich die Forumsteilnehmer, dass ein «repräsentativer und grosszügiger Ort, eine Begegnungszone mit Zentrumsfunktion und Aufenthaltsqualität» entstehen soll. Noch nicht geklärt wurde die Frage nach der Nutzung im Untergeschoss des Blumenmarkts sowie im Erdgeschoss des Waaghauses. Wie es in der Auswertung heisst, sollen sie «dem Betrieb und der Funktion von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt dienen».

Was die Bäume rund um den Marktplatz betrifft, sind drei Viertel der Teilnehmer der Meinung, dass sie bei der Gestaltung zu berücksichtigen und die bestehenden Bäume zu erhalten sind. Einstimmig abgelehnt wird diese Aussage wiederum von den beiden Gruppen der Grundeigentümer sowie interessanterweise von den Forumsteilnehmern aus der Bevölkerung.

Grundsatzentscheid fällt nach den Sommerferien

Die Auswertung des Marktplatz-Forums ist bis Ende Juni bei den Teilnehmern in der Vernehmlassung. Anschliessend fällt der Stadtrat den Grundsatzentscheid, ob es einen kompletten Neustart mit neuem Wettbewerb geben oder ob die Neugestaltung auf der Weiterentwicklung des bisherigen Projekts «Josy und Orazio» beruhen soll. Der Entscheid zum weiteren Vorgehen ist nach den Sommerferien zu erwarten.

www.marktplatz.stadt.sg.ch

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