Neues zur Durchmesserlinie

Heute informieren die Appenzeller Bahnen über Neuigkeiten bei der Durchmesserlinie. Dabei dürfte es vor allem um den Ruckhaldetunnel gehen. Dieser hätte schon längst in Angriff genommen werden sollen.

David Gadze
Drucken
Teilen
Nach der Brücke über die Oberstrasse sollen die Züge dereinst in einem Tunnel unter der Ruckhalde verschwinden. (Bild: Michel Canonica)

Nach der Brücke über die Oberstrasse sollen die Züge dereinst in einem Tunnel unter der Ruckhalde verschwinden. (Bild: Michel Canonica)

Wo schon längst eine Grossbaustelle sein sollte, sind die Bagger – oder besser gesagt die Bohrer – immer noch nicht aufgefahren. Der Baustart für den Ruckhaldetunnel der Appenzeller Bahnen, der die bestehende Strecke zwischen dem Güterbahnhofareal und dem Riethüsli ersetzen und die Reisezeit verkürzen soll, ist immer noch nicht erfolgt. Dabei war geplant, im Herbst 2014 zu beginnen. Rund ein Drittel des Familiengartens Ruckhalde wurde im Sommer desselben Jahres deswegen gesperrt. Der Unmut der betroffenen Gärtner ist nun umso grösser, da sich auch mehr als ein Jahr später noch nichts getan hat.

Der Realisierung näher gerückt

Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen: Heute vormittag informieren die Appenzeller Bahnen zu Details zur Durchmesserlinie (DML), welche dereinst die beiden Teilstrecken St. Gallen–Gais–Appenzell und St. Gallen–Speicher–Trogen im Viertelstundentakt miteinander verbinden wird und für die der Ruckhaldetunnel eine Bedingung ist. «Wir sind der Realisierung der DML einen grossen Schritt näher gerückt», heisst es in der Einladung.

Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Appenzeller Bahnen die Plangenehmigung des Bundes, welche Bedingung für den Baubeginn ist, in absehbarer Zeit erhalten werden. Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner will das auf Anfrage nicht bestätigen. Aber die Zusammenarbeit mit Bern sei in den letzten Monaten intensiv und konstruktiv gewesen.

Diverse Herausforderungen

Das über 100 Jahre alte Grundkonzept, die engen Verhältnisse und die verschiedenen Lichtraumprofile der Strecken von Appenzell nach St. Gallen beziehungsweise nach Gossau hätten die Planung erheblich erschwert, sagt Brunner. Obwohl die beiden Linien nicht direkt zusammenhängen, so gibt es doch Berührungspunkte. Beide kommen im Bahnhof Appenzell zusammen. Und «mittelfristig» sollten die Appenzeller Bahnen auf beiden Strecken das gleiche Rollmaterial einsetzen können. «All diese Überlegungen spielen in diesem Prozess mit.»

Die Gestaltung des Tunnelportals sei jedoch kein Grund für die Verzögerung gewesen. Das Amt für Baubewilligungen hatte kritisiert, es müsse sich besser in die Umgebung einpassen. Demnächst würden nochmals Gespräche stattfinden.

Von einer «Verspätung» will Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner dennoch nicht sprechen, eher von einer «Abweichung vom ursprünglichen Zeitplan». Während seiner Zeit als St. Galler Stadtrat habe er gelernt, zwar straffe Zeitpläne vorzugeben, bei grossen Projekten aber gleichzeitig mit vielen Unwägbarkeiten und zusätzlichen Abklärungen leben zu müssen.

Gaiserbahnhof 2016 umbauen

Der ursprüngliche Zeitplan für die Direktverbindung zwischen Appenzell und Trogen via St. Gallen dürfte also knapp werden. Wegen der Neugestaltung des Bahnhofplatzes sind die Appenzeller Bahnen dennoch unter Zugzwang. Laut Brunner muss spätestens im Herbst 2016, wenn die Rathausunterführung komplett gesperrt wird und alle Zugpassagiere die Personenunterführung West benützen müssen, der Umbau des Gaiserbahnhofs für die DML beendet sein. «Entsprechend muss 2016 noch einiges gehen.»