Neues Gutachten für Rapperswiler Hauswartmörder

RAPPERSWIL-JONA. Der Mann, der im März 2011 in Jona einen Hauswart erschossen hat, ist zu Recht zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Neu prüfen muss die St. Galler Justiz, ob gegen den Mörder eine Verwahrung oder eine andere Massnahme anzuordnen ist. So will es das Bundesgericht.

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RAPPERSWIL-JONA. Der Mann, der im März 2011 in Jona einen Hauswart erschossen hat, ist zu Recht zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Neu prüfen muss die St. Galler Justiz, ob gegen den Mörder eine Verwahrung oder eine andere Massnahme anzuordnen ist. So will es das Bundesgericht.

Der Vorfall hatte sich am 25. März 2011, kurz vor 11 Uhr, zugetragen. Ein ehemaliger Vermögensverwalter erschoss vor dem ehemaligen Swisscom-Gebäude in Rapperswil einen 57jährigen Hauswart mit einer Ladung Schrot. Das Kreisgericht See-Gaster verurteilte den heute 60jährigen Täter wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren. Das Kantonsgericht St. Gallen erkannte auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft hin auf Mord und erhöhte die Strafe auf 18 Jahre.

Indizienprozess geführt

Die Verurteilung basierte auf Indizien, da sowohl klare Sachbeweise als auch direkte Augenzeugen fehlten. An einem Schuh des verurteilten Mörders war Blut des Opfers gefunden worden und die Kleider wiesen Schmauchspuren auf. Zudem fand man bei einer Hausdurchsuchung im Lagerraum des verurteilten Mannes ein Waffenfutteral sowie eine Anleitung für die Handhabung einer Remington Pump Action Shot Gun Model 870, mit welcher Schrot verschossen werden kann. Die Waffe selber blieb unauffindbar.

Der ehemalige Vermögensverwalter erhob gegen seine Verurteilung Beschwerde ans Bundesgericht und forderte einen Freispruch. Er warf der St. Galler Justiz verschiedene Verfahrensfehler und Willkür vor. Das Bundesgericht hat die Beschwerde nun vollumfänglich abgewiesen.

Neue Begutachtung

Gutgeheissen haben die Lausanner Richter hingegen eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft. Das St. Galler Kantonsgericht muss ein neues psychiatrisches Gutachten über den Mörder erstellen lassen. Laut dem Urteil aus Lausanne bildet das ursprüngliche Gutachten, das sowohl formelle als auch inhaltliche Mängel hat, keine genügende Grundlage, um von einer Massnahme oder von einer Verwahrung abzusehen. Dem Gutachten fehlen insbesondere ausreichend klare Prognosen zur Rückfallgefahr des Täters. (tzi)

Urteile 6B_300/2015 und 6B_285/2015

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