Neues Grün für die Kreuzbleiche

Zu viele Fussballer, zu viele Veranstaltungen: Teile der Kreuzbleiche-Wiese sind den ständigen Belastungen nicht mehr gewachsen. Nun beantragt der Stadtrat dem Parlament zwei Kredite für den Bau von zwei neuen Rasenflächen.

Malolo Kessler
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Strapaziert: Der Veranstaltungsplatz in der Kreuzbleiche (Bildmitte). Einige hundert Meter weiter westlich befindet sich der unebene Fussballplatz. (Bild: Reto Martin)

Strapaziert: Der Veranstaltungsplatz in der Kreuzbleiche (Bildmitte). Einige hundert Meter weiter westlich befindet sich der unebene Fussballplatz. (Bild: Reto Martin)

Der Circus Royal, der Circus Liliput oder «Das Zelt»: Die Kreuzbleiche ist seit Jahren beliebter Austragungsort für verschiedene Veranstaltungen. Allerdings werden während dieser Veranstaltungen jeweils nicht nur die Lachmuskeln der Besucher strapaziert. Strapaziert wird auch der Untergrund: die Kreuzbleiche-Wiese. Und zwar so sehr, dass Teile der Rasenfläche nach Anlässen teilweise eher einem umgepflügten Acker als einem Grün gleichen und durch die Veranstalter rekultiviert werden müssen.

Dass die Wiese den Belastungen durch Zirkusaufbauten nicht gewachsen ist, weiss die Stadt schon lange. Nun sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden – zumindest, wenn es nach dem Stadtrat geht. Er beantragt dem Parlament einen Kredit in der Höhe von 440 000 Franken für den Neubau eines Schotterrasens.

Keine Alternativen für Anlässe

Die bisherige Rasenfläche weise keine wirksame Entwässerung auf, heisst es in der fraglichen Parlamentsvorlage. Die Rasentragschicht besteht aus einer rund 40 Zentimeter dicken Humusschicht.

Dieser Aufbau würde zwar Ansprüchen an eine Quartierwiese genügen, lasse aber keine Nutzung mit grossen Gewichtsbelastungen oder Personenverkehr zu. Trotzdem wurde die Fläche in den vergangenen Jahren – wenn auch eher zurückhaltend – für Zirkusse und andere Anlässe zur Verfügung gestellt. Der Grund: ein Mangel an zentral gelegenen Alternativen.

Nun soll also ein Schotterrasen gebaut werden. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, die Möglichkeiten und Kapazitäten der Anlage besser auszuschöpfen, ohne dass der Allmendcharakter beeinträchtigt wird. Ein Schotterrasen sei äusserst wasserdurchlässig, standfest, witterungs- und verschleissbeständig und lasse eine Begrünung zu, schreibt der Stadtrat.

Zudem sollen entlang der Militärstrasse und dem Veranstaltungsplatz Pfosten versetzt werden, damit die Traufbereiche der Bäume geschützt sind.

Die Kosten des Projektes betragen insgesamt 440 000 Franken und basieren auf einem Kostenvoranschlag vom November des vergangenen Jahres. Zudem ist in der Investitionsrechnung für das Jahr 2010 ein Betrag von 400 000 Franken dafür vorgesehen.

Zu klein, zu wenig durchlässig

Der Veranstaltungsplatz ist nicht der einzige auf dem Kreuzbleiche-Areal, der in absehbarer Zeit auf Vordermann gebracht werden soll. Beim Stadtparlament liegt eine weitere Vorlage: Sie bezieht sich auf eines der drei Spielfelder westlich des Platzes. Zwei der Felder – Platz 1 und Platz 2 – sind für Meisterschaftsspiele zugelassen.

Der dritte Platz wurde früher als Handballplatz genutzt und dient heute vorwiegend als Fussballtrainingsfeld verschiedener Vereine. Es ist eine Allmendwiese, die wie ein Sportrasen gepflegt wird. Dennoch weist sie grosse Unebenheiten auf und ist dementsprechend nur eingeschränkt nutzbar. Zudem genügt der Platz den heutigen Anforderungen bezüglich Platzgrösse und Wasserdurchlässigkeit nicht mehr. Es sei deshalb notwendig, die entstandene Mehrbelastung aufzufangen.

Da der Allmendcharakter bewahrt werden soll, ist der Bau eines Kunstrasenplatzes für den Stadtrat keine Alternative. Platz 3 soll zu einem hochwertigen, während der ganzen Vegetationsperiode nutzbaren Rasenspielfeld umgebaut werden.

Kostenpunkt: 920 000 Franken

Das Spielfeld, das dem Stadtrat vorschwebt, soll 106 Meter lang und 70 Meter breit und in einer speziellen Schichtfolge aufgebaut sein.

Eine Beleuchtungsanlage ist in der Vorlage nicht vorgesehen, dafür je ein Ballfangzaun hinter den Torbereichen. Der Bau dieses Spielfeldes soll insgesamt 920 000 Franken kosten. Den Löwenanteil verschlingt das Spielfeld mit 670 000 Franken.

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