Neues Energiegesetz für Kanton St.Gallen

ST.GALLEN. Der Kanton St.Gallen gibt sich ein neues Energiegesetz. Die vorberatende Kommission des Kantonsrats unterstützt die Vorlage der Regierung. Sie schlägt Anpassungen und ein Zusatzmodul «Ferienhäuser» vor, wie sie am Freitag mitteilte.

Drucken
Teilen

Demnach sollen Ferienhäuser, die nur zeitweise bewohnt werden, mit einem Gerät ausgestattet werden müssen, mit dessen Hilfe die
Heizung aus der Ferne mittels Telefon, SMS oder Internet am Vorabend der Ankunft eingeschaltet werden kann. Laut Communiqué der
Kommission besteht hier ein grosses Energiesparpotenzial.

Mit dem angepassten Energiegesetz schafft der Kanton St.Gallen in Teilbereichen die gesetzlichen Grundlagen für die Umsetzung des
«Energiekonzepts Kanton St.Gallen», das auch Forderungen der Volksinitiative «Für eine Energiepolitik mit Weitsicht» enthält.

Mehr erneuerbare Energie
Das Begehren von Grünen und EVP verlangt, dass die Produktion erneuerbarer Energie aus Holz, Biomasse, Biogas, Sonne, Wind und
Erdwärme in St.Gallen bis 2020 gegenüber 2005 verdoppelt wird.

Energie gespart werden soll hauptsächlich bei Gebäuden. Neubauten müssen in Zukunft annähernd den Minergie-Standard erfüllen. Dank verbessertem Wärmeschutz soll der Energieverbrauch gegenüber dem heutigen Neubau-Standard um ein Drittel sinken.

In bestehenden Gebäuden mit mehr als sieben Wohungen müssen die Heizkosten künftig verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Heizungen im Freien dürfen nur noch bei ausgewiesenem Bedarf erstellt werden.

Vorschriften harmonisieren
St.Gallen hält sich beim neuen Energiegesetz an die Mustervorschriften der Kantone (MuKEn). Die energierechtlichen Vorschriften für Gebäude sollen schweizweit harmonisiert werden.

Der St.Galler Kantonsrats berät das neue Energiegesetz in der Aprilsession in erster Lesung. Nach dem Erlass des Kantonsrats kann das fakultative Referendum ergriffen werden. Kommt das Gesetz nicht vor das Volk, tritt es voraussichtlich Anfang 2010 in Kraft. (sda)


Aktuelle Nachrichten