Neues Dorfzentrum wird baureif

An einem Dorfplatz Neubauten für Restaurant, Gewerbe und Wohnen, darunter Parkplätze: So können Architekt Peter Lüchinger und Investorin Fortimo AG als Wettbewerbssieger bauen – wenn die Bürger den Verkauf des Areals genehmigen.

Fritz Bichsel
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Das Siegerprojekt von Architekt Peter Lüchinger und Investorin Fortimo AG, St. Gallen: Am neuen Goldacher Dorfplatz drei Neubauten für Restaurant und Gewerbe unter Arkaden sowie drei bis vier weiteren Geschossen für Dienstleistungen und Wohnen. (Bild: Architekturbüro Lüchinger)

Das Siegerprojekt von Architekt Peter Lüchinger und Investorin Fortimo AG, St. Gallen: Am neuen Goldacher Dorfplatz drei Neubauten für Restaurant und Gewerbe unter Arkaden sowie drei bis vier weiteren Geschossen für Dienstleistungen und Wohnen. (Bild: Architekturbüro Lüchinger)

GOLDACH. Im Zentrum von Goldach zu bauen, ist begehrt: Elf Teams von Zürich bis nach Österreich reichten Projekte ein für Neubauten auf 3000 Quadratmetern an der Hauptstrasse unterhalb des Blocks mit Post, Bank und Ladengeschäften – anstelle von «Schäfli» und Nachbarliegenschaften bis zur Blumenstrasse.

Im Dorf bekannte Investorin

Die Gemeinde als Eigentümerin oder Kaufberechtigte hat nun ein von der Jury zur Weiterbearbeitung empfohlenes Bauprojekt und auch eine Investorin. Den öffentlichen Wettbewerb hatte sie ausgeschrieben für Teams von Architekten und Personen oder Firmen, die das Areal kaufen und neu überbauen. Aufgrund von Referenzobjekten traut die Jury elf Teams zu, Bauten in dieser Grösse und an dieser Lage zu verwirklichen. Schliesslich entschieden die Baufachleute und Vertreter der Gemeinde für den Vorschlag von Architekt Peter Lüchinger und der Fortimo Invest AG, St. Gallen, die schon mehrmals in Goldach gebaut hat und hier weitere 22 Mio. Franken investieren will. In die engste Wahl kamen auch «plan b architekten» mit dem Goldacher Peter Buschor (2.) und Stücheli Architekten, Zürich (3. Rang).

Mit neuem Dorfplatz

«Es war ein schwieriger, aber dann einstimmiger Entscheid zwischen diesen drei Projekten», sagte der beigezogene Raumplaner Daniel Rietmann gestern bei der Information über das Wettbewerbsresultat. Den Unterschied machte die Einpassung der Neubauten in die Umgebung von grossem Block bis zu kleinen Häusern, wie Architekt Paul Knill von der Jury erklärte. Das Siegerteam unterteilte das Areal in vier etwa gleich grosse Flächen, nutzte eine als Platz und drei für Neubauten mit hohem Erdgeschoss unter Arkaden, drei weiteren Vollgeschossen und einem Attikageschoss.

Mit neuem Dorfplatz

«Insgesamt überzeugt am Projekt, wie es aus tragfähigen Grundentscheidungen… herausgebildet ist und so gute Räume nach innen und aussen und eine der Nutzung und dem Ort in hohem Mass gerecht werdende Gestalt annimmt», lobt die Jury. Die Gemeinde strebt nach Erläuterung von Gemeindepräsident Thomas Würth mehrere und hohe Ziele an: Ein Dorfzentrum, «das diesen Namen verdient»; Ersatz für das wegfallende Restaurant Schäfli (ohne den Saal, den die Gemeinde anderswo plant); Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe mit Publikumsverkehr; neuen Wohnraum («Wir müssen im Dorf verdichtet bauen, denn Goldach kann nicht mehr viel in die Breite wachsen»); einen neuen Dorfplatz; Ersatz für die mit Umgestaltungen im Zentrum wegfallenden Parkplätze in einer zum Teil öffentlichen Tiefgarage.

Bürger entscheiden

«Diese Anliegen sind nach dem Wettbewerb nun erfüllt», freut sich Thomas Würth.

Der Gemeinderat kaufte die Liegenschaften in Etappen, was in seiner Finanzkompetenz lag. Über den Wiederverkauf des ganzen Areals entscheidet nun aber die Bürgerschaft. Ziel ist nach Auskunft des Gemeindepräsidenten, das Projekt rasch weiterzubearbeiten bis zu einem Gestaltungsplan mit besonderen Vorschriften – die auch sicherstellen, dass dieses Projekt samt Restaurant und Gewerberäumen verwirklicht wird – und die Abstimmung im nächsten Jahr durchzuführen, voraussichtlich an der Urne. Bis dahin klären Gemeinde und Investorin auch, ob wie vorgesehen die Gemeinde den öffentlichen Teil der zweigeschossigen Parkgarage finanzieren soll.

Der Preis für das Areal ist bereits bekannt: 2,4 Mio. Franken. «Damit sind die Kosten der Gemeinde etwa gedeckt», sagt Thomas Würth. «Es wäre verlockend, noch etwas zu verdienen. Aber wir liessen uns von der Jury überzeugen, dass Konkurrenz beim Bodenpreis nachteilig wirkt.» Dann wäre möglichst hohe Ausnützung mit grossen Bauten in den Mittelpunkt gerückt. Mit fixem Preis standen Gestaltung und Einfügung ins Ortsbild im Vordergrund.

Knapp unterlegen: Vorschlag von «plan b», Goldach/Zürich, mit dem Goldacher Peter Buschor; 2. Rang. (Bilder: Fritz Bichsel)

Knapp unterlegen: Vorschlag von «plan b», Goldach/Zürich, mit dem Goldacher Peter Buschor; 2. Rang. (Bilder: Fritz Bichsel)

Ausgeschieden: Futuristisches vom Architekturbüro Dürig in Zürich.

Ausgeschieden: Futuristisches vom Architekturbüro Dürig in Zürich.

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