Neuer Vorderländer Winzer

Mit der Weinproduktion ist Matthias Tobler aus Wolfhalden vertraut. Nun verarbeitet er die Trauben auf seinem Hof aber auch selbst zu Wein – vom Abbeeren bis zum Abfüllen.

Martin Brunner
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Matthias Tobler freut sich jedes Mal aufs Neue, wenn er qualitativ gute Trauben in die Abbeermaschine leeren kann. (Bild: Martin Brunner)

Matthias Tobler freut sich jedes Mal aufs Neue, wenn er qualitativ gute Trauben in die Abbeermaschine leeren kann. (Bild: Martin Brunner)

WOLFHALDEN. Weine aus dem Appenzellerland sind nicht gerade häufig, erst recht, seit Lutz Weinbau den Betrieb eingestellt hat. Doch das hat sich wieder geändert, denn Matthias Tobler aus Wolfhalden hat sich entschieden, die Trauben aus seinen Rebbergen nicht nur zu verkaufen, sondern auch zu verarbeiten. Dazu hat er die nötigen Maschinen und Geräte angeschafft und einen Weinkeller gebaut. Somit werden die meisten Trauben zumindest auf Appenzeller Boden veredelt, denn der grösste Teil seiner Reben steht in Thal auf St. Galler Boden.

Stolz auf Appenzeller Wein

Deshalb zeigt sich Tobler stolz, dass er doch noch einen echten Appenzeller Wein produziert. Denn die Flächen der Dornfelder und Riesling und Silvaner gehören zu Tobel-Wienacht in Appenzell Ausserrhoden: «Ich freue mich, einen Appenzeller Wein anzubieten», sagt Tobler.

Schonende Verarbeitung

Mit dem Handwerk ist der Landwirt schon seit einigen Jahren vertraut. Er hat es während seiner sechsjährigen Anstellung bei Lutz Weinbau nach und nach erlernt. Damals wie heute legt er grossen Wert auf die sorgfältige Verarbeitung. «Ich behandle die Trauben so schonend wie möglich», sagt er. «Dadurch vergrössert sich vielleicht manchmal der Aufwand, aber für eine gute Qualität lohnt es sich.»

Vorsichtig leert er deshalb die Trauben in die Abbeermaschine. Dort werden sie sorgfältig von den Stauden getrennt und gequetscht, ohne dass die Stiele verletzt werden. Eine Pumpe saugt das Traubensaft-Gemisch ins Untergeschoss in eine Presse. Diese entlockt den Trauben mit nur zwei Bar Druck den begehrten Saft. Dieser Vorgang dauert ungefähr eine Stunde. Den kräftigen und süssen Traubensaft pumpt Tobler danach in einen Stahltank, wo die Vinifizierung beginnen kann. «Im nächsten Frühling füllen wir den neuen Wein in Flaschen ab und hoffen, dass er vielen Kunden schmecken wird.»

Markt ist vorhanden

Die Reben gehörten schon immer zum Betrieb von Matthias Tobler. Allerdings verkaufte er bisher nur die Trauben. Vor wenigen Jahren aber begann er, den Wein keltern zu lassen und danach selbst zu vermarkten. «Ich stellte fest, dass die Weine bei meiner Kundschaft gut ankommen, dass also ein Markt dafür vorhanden ist», sagt er. Zudem ist schon seit längerem Edi Geiger aus Wolfhalden sein Vorbild, weil dieser schon seit vielen Jahren auch Wein produziert. «Dazu kommt, dass ich diese Arbeit gerne mache», sagt Tobler.

Sehr gute Qualität

Matthias Tobler ist froh, dass er dieses Jahr nach dem frühen Blühen der Trauben und der langen Vegetationsdauer mit guter Qualität starten konnte. Bei den weissen Trauben hat er schon bis zu 86 Öchslegrad gemessen, was einiges über dem Durchschnitt liegt. Auch die geschätzte Erntemenge, mit total 7700 Kilo aus seinen 160 Aren, ist mehr als befriedigend. Doral, Riesling, Silvaner und Solaris produziert Tobler aus den weissen Trauben. Blauburgunder, Cabernet Sauvignon, Dornfelder und Gamay x Rechsteiner aus den Roten. Aus dem roten Trester lässt er bei Margrit Federer in Büriswilen zudem einen Marc brennen.