Neuer Bahnhofplatz St.Gallen: SBB überarbeiten Teilzeitprojekt

ST.GALLEN. Der geplante leuchtende Glasquader am St. Galler Hauptbahnhof bleibt ein Traum der Architekten. Die SBB wollen aus kommerziellen Gründen auf den Kubus verzichten und das Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes in diesem Punkt überarbeiten.

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Das Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes wird nochmals überarbeitet. (Bild: Urs Bucher)

Das Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes wird nochmals überarbeitet. (Bild: Urs Bucher)

Der Glasquader schnitt auch in einer Umfrage schlecht ab. Die städtische Baudirektorin Elisabeth Beéry und Felix Feurer, Leiter Netzentwicklung Ost bei den SBB, informierten am Mittwoch über das weitere Vorgehen.

Der markante Glasquader zwischen Bahnhofsgebäude und Rathaus ist Teil des Siegerprojekts zur Bahnhofplatz-Neugestaltung, das 2008/ 2009 aus einem Architektenwettbewerb hervor ging. Das gemeinsame Projekt von Stadt und SBB wurde in den vergangenen drei Jahren weiterentwickelt.

Quader kommerziell nutzlos
Dass die SBB jetzt auf den Glasquader in der geplanten Form verzichten, begründete Feurer an der Medienkonferenz damit, dass der Kubus kommerziell nicht genutzt werden könne. Feurer räumte auf Nachfrage ein, dass man zu dieser Erkenntnis auch schon früher hätte kommen können.

Stadträtin Beéry verwies auf eine Internet-Umfrage mit 300 Teilnehmern. In diesem nicht repräsentativen «Stimmungsbarometer» sei die Ankunftshalle kontrovers beurteilt worden: 42 Prozent der Teilnehmer lehnten den Quader ab, 40 Prozent fanden ihn gut.

Insgesamt stiess die Bahnhofplatz-Neugestaltung in der Umfrage überwiegend auf positives Echo, 60 Prozent der Teilnehmer begrüssten die Pläne. Unterschiedliche Meinungen gab es zur Frage, ob die Personenunterführung verlängert werden sollte.

Volksabstimmung 2013
Beéry will das städtische Projekt für den Bahnhofplatz nach den Bearbeitungen noch in diesem Jahr dem Stadtparlament vorlegen. Stimmt dieses zu, findet voraussichtlich im März 2013 eine Volksabstimmung statt.

Über die Kosten haben sich die Stadt und die SBB laut Beéry grundsätzlich geeinigt. Die Überarbeitung der Ankunftshalle kann noch zu Kostenanpassungen führen. Erst danach wird der Kostenteiler festgelegt.

Der Bahnhofplatz ist die zentrale Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs in St. Gallen. Heute ist der Platz unübersichtlich. Fussgänger, Autos, Trogenerbahn, Taxis, Velos, Bus-, Zug- und Postautoreisende bewegen sich kreuz und quer und behindern sich gegenseitig. (sda)