Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NEUER BAHNHOFPLATZ: "Man sieht uns gar nicht": St.Galler Taxifahrer ärgern sich über abgelegene Standplätze

Verschiedene Taxifahrer bemängeln das neue Verkehrsregime auf dem Bahnhofplatz. Aus ihrer Sicht sind die Standplätze zu weit weg von den Personenströmen. Sie fordern bessere Erreichbarkeit und Sichtbarkeit – und spannen jetzt auch ihre Kunden dafür ein.
David Gadze
Die Standplätze im westlichen Teil des Bahnhofplatzes seien zu weit weg und schlecht sichtbar, monieren Taxifahrer. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Standplätze im westlichen Teil des Bahnhofplatzes seien zu weit weg und schlecht sichtbar, monieren Taxifahrer. (Bild: Hanspeter Schiess)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Der neugestaltete Bahnhofplatz nimmt immer mehr Gestalt an. Seit der Inbetriebnahme Anfang Oktober haben sich die Abläufe eingependelt. Doch einige Taxifahrer sind mit dem neuen Regime unzufrieden. Vier von ihnen haben im vergangenen Juli die Taxikommission gegründet – und kämpfen für Anpassungen.

Ihr Hauptkritikpunkt: Die Standplätze auf der Ostseite des Bahnhofplatzes vor dem Rathaus und eingangs der Poststrasse sowie auf der Westseite vor der Hauptpost und dem Bahnhofgebäude seien zu weit weg von der Rathausunterführung und den Personenströmen. «Viele von uns haben keinen Fixlohn und arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche für 3000 Franken brutto im Monat. Deshalb sind wir auf die Umsätze von den Fahrten angewiesen. Doch wenn wir so weit weg stehen, sieht man uns gar nicht», sagt Werner Fürer von der Taxikommission. Zudem sei die Signalisation mangelhaft. «Die Kunden, die aus der Rathausunterführung kommen, müssen uns regelrecht suchen.»

Deshalb fordert die Taxikommission zusätzliche Standplätze direkt unter der Ankunftshalle. Und es sei unbefriedigend, dass Taxis die Durchfahrt oder ein Wegfahren von der Poststrasse über den Bahnhofplatz untersagt sei. Fürer kritisiert weiter, dass die Stadtpolizei bei kleinsten Verfehlungen zu rigoros büsse, ja regelrechte «öffentliche Razzien» durchführe, indem sie alle anwesenden Fahrer gleichzeitig kontrolliere. «Ich verstehe, dass es Kontrollen braucht, aber nicht so!»

Die Verantwortlichen der Stadt weisen die Kritik der Taxikommission zurück. Während der öffentlichen Auflage für den Umbau des Bahnhofplatzes hätten die Taxihalter auf Einsprachen verzichtet, sagt Ralph Hurni, Kommandant der Stadtpolizei. «Jetzt können wir den Bahnhofplatz nicht wieder neu bauen, weil die Taxifahrer gerne zentraler stehen und den Bahnhofplatz befahren möchten.»

Zahl der Standplätze von 21 auf 27 erhöht

Bei der Zufahrt auf den Bahnhofplatz habe man Prioritäten setzen müssen, sagt Stadtingenieur Beat Rietmann. «Die erste Priorität hat der öffentliche Verkehr, allein aufgrund der Zahl der Busse und Passagiere, die täglich auf den Bahnhofplatz kommen.» In zweiter Priorität seien die Anliegen der Taxihalter berücksichtigt worden, noch vor jenen des Langsamverkehrs für Veloabstellplätze. Es brauche von allen Seiten die Bereitschaft zu Kompromissen. Ausserdem sei die Zahl der Standplätze rund um den Bahnhofplatz im Zuge der Neugestaltung von 21 auf 27 erhöht worden. Auch die Signalisation soll mit der Fertigstellung der Ankunftshalle und der Rathausunterführung verbessert werden. Die Stadt sei in Gesprächen mit den SBB, damit schon bei den Abgängen in die Unterführung Hinweise auf Taxis angebracht würden. Sie will ihrerseits bei der Ankunftshalle zusätzliche Hinweise anbringen. Direkt vor der Ankunftshalle weitere Standplätze zu errichten, erachtet Rietmann jedoch als «unmöglich».

Die Stadt nehme die Anliegen der Taxifahrer ernst, betonen Hurni und Rietmann. Deshalb sei man ihnen nach einem Treffen von Anfang Dezember bereits entgegengekommen. So seien an der Ostseite des Rathauses statt der ursprünglich nur für das Abladen von Fahrgästen gedachten Plätze drei reguläre Standplätze markiert worden. Durch diese Lösung sei man zudem der Forderung nachgekommen, Taxis in Fahrtrichtung zum Bahnhofplatz abstellen zu können, damit sie besser sichtbar sind. «Jene, die an der Poststrasse warten, können sich dann vor dem Rathaus einreihen, wenn dort einer wegfährt», sagt Rietmann. Ein Wegfahren von der Poststrasse in Richtung Bahnhofplatz – im Gegenverkehr zu den Bussen – sei wegen des Verkehrsregimes sowie aufgrund der Breite der Strasse und der hohen Busfrequenz nicht möglich. Auch der Durchfahrt über den Bahnhofplatz steht die Stadtpolizei kritisch gegenüber. «Wir prüfen das bis im Sommer mit den neuen Gegebenheiten», sagt Hurni. Die Erfahrung vor der Neugestaltung habe jedoch gezeigt, dass auch eine Durchfahrt nur in den Nachtzeiten nicht funktioniere.

Die Taxifahrer kämpfen weiter

Was die Kontrollen betreffe, seien diese nicht willkürlich oder überzogen. «Wir beobachten, dass sich viele Taxifahrer vor der Hauptpost nicht an die Markierungen der Standplätze halten», sagt Ralph Hurni. Er habe Verständnis dafür, dass im Kampf um Kunden jeder zuvorderst sein wolle. «Aber das darf nicht zu Lasten der Sicherheit gehen.»

Die Taxikommission will jedenfalls nicht aufgeben. «Wir werden weiterhin für Verbesserungen kämpfen», sagt Werner Fürer. Demnächst wollen die Taxifahrer bei den Fahrgästen eine Petition fürs Halten vor der Ankunftshalle starten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.