Neuer Anlauf in drei Schritten

Ein dreistufiges Planungsverfahren soll die Basis für die Entwicklung des Gebietes Hauptbahnhof Nord bilden. In einen partizipativen Prozess sollen auch Ideen der Öffentlichkeit einfliessen. Kostenpunkt: Fast eine halbe Million.

David Gadze
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Der Turm der Fachhochschule. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Der Turm der Fachhochschule. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Die Stadt will das Gebiet Hauptbahnhof Nord in einem dreistufigen Planungsverfahren entwickeln. Dafür beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Kredit von 460 000 Franken. Gestern informierten Stadträtin Patrizia Adam und Florian Kessler, Leiter des Stadtplanungsamtes, über die nächsten Schritte.

Partizipatives Verfahren geplant

«Es geht nicht darum, Baulücken zu füllen, sondern eine Verbesserung der fragmentarischen Wirkung der heutigen Situation zu erreichen», sagte Kessler. Das weitere Vorgehen hatten Adam und Kessler bereits Ende März skizziert, als die Stadt den Kauf des Spanischen Klubhauses bekanntgab (siehe Zweittext).

Gestern stellten sie die Pläne genauer vor: In einem ersten Teil sollen bis Ende März 2016 zwecks einer Bestandesaufnahme Gespräche mit Nutzern, Anwohnern und Grundstückeigentümern geführt werden. Ausserdem sollen bis dann die Ergebnisse einer Sozialraumanalyse der Fachhochschule vorliegen, die laut Kessler abgeschlossen, aber noch nicht ausgewertet ist. In einem zweiten Schritt ist vorgesehen, bis Ende 2016 in einem partizipativen Verfahren mit verschiedenen Gruppen und Interessierten – etwa dem «Tisch hinter den Gleisen» – Ideen und Möglichkeiten für die städtebauliche nutzungsmässige Entwicklung aufzuzeigen. Es soll auch eine Testplanung stattfinden, zu welcher vier interdisziplinäre Teams eingeladen werden. Die Stadt hofft, ab Februar 2017 mit der Umsetzung der beschlossenen Massnahmen – dem dritten Schritt – beginnen zu können.

Überbauungsplan überdenken

In der Vergangenheit hatte die Stadt immer wieder betont, der geltende Überbauungsplan «Hauptbahnhof Nordwest» aus dem Jahr 2000 definiere die Möglichkeiten für eine neue Überbauung beim Spanischen Klubhaus. In der Vorlage ans Stadtparlament heisst es nun, dass bei der Weiterentwicklung des Gebietes unter anderem die «städtebaulichen Rahmenbedingungen» für das Areal Lagerstrasse Nord präzisiert werden sollen. Der Überbauungsplan stehe zur Disposition, «je nachdem, was zielführend ist», bestätigte Patrizia Adam gestern. Florian Kessler wies darauf hin, dass die im Überbauungsplan festgelegte Gebäudehöhe von elf Metern «kein gescheites Mass» sei.

Kessler wiederholte ausserdem die Absicht, das Areal mit öffentlichen Nutzungen in den Erdgeschossen zu beleben.

Klubhaus muss «Sinn machen»

Die Frage, ob das Spanische Klubhaus abgerissen werden soll oder nicht, soll ebenfalls im Planungsverfahren beantwortet werden. Wenn es «Sinn macht» und wirtschaftlich vertretbar sei, sei es auch denkbar, das Klubhaus stehen zu lassen und nur die angrenzenden Gebäude entlang der Lagerstrasse abzureissen, sagte Patrizia Adam.

Der Heimatschutz St. Gallen, der sich in der Vergangenheit für ein partizipatives Verfahren eingesetzt hatte, hat auf die Ankündigung der Stadt gestern Montag in einer Mitteilung bereits positiv reagiert.