Neue Wohnhäuser am Stadtrand

RORSCHACH. Auf dem Parkplatz an der Ecke Pestalozzi-/Industriestrasse sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Dafür legt die Stadt die Grundlagen auf: Den Teilzonenplan für ein allfälliges Referendum und den Gestaltungsplan mit Einsprachemöglichkeit.

Fritz Bichsel
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Auf dem Parkplatz an der Ecke Pestalozzi-/Industriestrasse in Rorschach sind Mehrfamilienhäuser geplant. (Bild: Rudolf Hirtl)

Auf dem Parkplatz an der Ecke Pestalozzi-/Industriestrasse in Rorschach sind Mehrfamilienhäuser geplant. (Bild: Rudolf Hirtl)

Das Areal am südwestlichen Rand der Stadt Rorschach wird begrenzt durch die Pestalozzistrasse im Norden, die Industriestrasse an der Grenze mit Goldach im Westen, die Wiesenstrasse an der Grenze mit Rorschacherberg im Süden und den Fussballplatz. Überbaut wird die bisher als Parkplatz und für eine Bocciahalle genutzte Fläche im Eigentum der Stadt. Gemäss Gestaltungsplan und neuer Zone: statt dreigeschossige Wohn-/Gewerbebauten neu viergeschossige Wohnbauten. In den Zonenplan einbezogen ist das private Haus Westend beim Sportplatz.

Höhere Häuser, mehr Freifläche

Die 4800 Quadratmeter würden für zehn Einfamilienhäuser reichen. Der Stadtrat will die Parzelle aber intensiver nutzen: für 54 Wohnungen und 70 Parkplätze in einer Tiefgarage. Dafür wird er sie an Investoren verkaufen. Der Gestaltungsplan als verbindliche Grundlage entstand in Zusammenarbeit mit ERR Raumplaner, kantonalen Stellen und der möglichen Investorin. Das Vorhaben realisieren will die schweizweit tätige Avira Immobilien AG mit Sitz in St. Gallen. Sie war in Rorschach zum Beispiel beteiligt am Entwickeln der Wohnsiedlung Schönbrunn.

Ein Gestaltungsplan ermöglicht, mit «städtebaulich vorzüglicher» Architektur mehr zu bauen. In diesem Fall sind so drei Mehrfamilienhäuser geplant: eines entlang der Pestalozzistrasse und ein quadratisches gegen Industrie- und Wiesenstrasse mit fünf Vollgeschossen (statt vier)und einem Attikageschoss sowie eines entlang des Sportplatzes mit fünf Vollgeschossen. Aus Rücksicht auf das denkmalgeschützte Haus Westend haben der Ostteil des Hauses an der Pestalozzistrasse und das Haus am Sportplatz kein Attikageschoss. Auch so werden die Häuser etwas höher als nach üblichen Regeln, dafür sind sie weniger lang und bleibt mehr Freifläche. «An guter Wohnlage entsteht eine leicht wirkende Überbauung um einen Innenhof», sagt Stadtpräsident Thomas Müller. Weichen müssen die Bauten auf der Parzelle der Stadt, auch die Bocciahalle des Clubs Alcan. Diese ist seit dem Kauf des Bodens von der Amcor (früher Alcan) unentgeltlich geduldet; nun muss der Club selber einen neuen Standort suchen.

Mitsprache der Bürger

Der Stadtrat kaufte diese Fläche 2012 mit Blick auf Projekte, die inzwischen wegfielen: Ein Tunnel um den Stadtkern würde nicht so weit westlich enden. Und ein zentraler Werkhof für die Stadt am See wird nach dem Nein der Nachbargemeinden zu einer Fusion nicht entstehen.

Die stimmberechtigten Rorschacher entscheiden bei der neuen Nutzung mit: Zum Zonenplan können sie während der Auflage vom 8. Februar bis 8. März eine Abstimmung verlangen. Die gleiche Möglichkeit werden sie beim Verkauf haben, weil der Preis über zwei Millionen Franken liegen wird.

Neuer Anlauf nach 20 Jahren

Die inzwischen weggezogene und in Amcor umbenannte Alcan wollte diesen Parkplatz schon vor 20 Jahren verkaufen für den Bau von Wohnhäusern. Damals fanden sich aber keine Investoren. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt und Rorschach ist wieder ein gefragter Ort für Wohnbauten.

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